Bremst die Münchner GroKo den Radverkehr aus?

München: Die Grünen haben im Stadtrat die böse, aber berechtigte Frage gestellt:

Wird der Ausbau des Münchner Radverkehrsnetzes durch die GroKo
im Rathaus systematisch ausgebremst?

Hintergrund ist der Antrag der CSU-Fraktion mit dem schönen Titel “Markierung von Radfahrstreifen: Entfall von Fahrspuren nur nach Stadtratsbefassung!“. Damit soll die Entscheidung darüber, ob auf Hauptverkehrsstrassen Fahrspuren zu Radstreifen umgebaut werden, vom KVR an den Stadtrat verlagert werden. Böse Zungen behaupten, den Schwarzen sei die fahrradfreundliche Haltung des KVR unter Dr. Blume-Beyerle schon länger ein ausgesprochener Dorn im Auge…

Über diesen Antrag ist überhaupt noch nicht entschieden, trotzdem hat er bereits dazu geführt, dass geplante Umbauten, zB an der Brienner Straße oder die Vervollständigung an der Seidlstrasse, gestoppt wurden.

Darauf gibt es jetzt vom Baureferat eine ausführliche Antwort, die ihr hier einsehen könnt: https://t.co/AHWYfIrXXa

Unmittelbarer Anlaß des Antrags war das “Verkehrschaos”, das die Radstreifen an der Gabelsberger und an der Landsberger angeblich verursacht haben sollen und die StR Schmid (CSU), seines Zeichens Mitglied der fraktionsübergreifenden Radler-AG des Stadtrates, zu einem panikartig gestellten Eilantrag verleiteten (wir berichteten).

Ergebnis:

1. Gabelsbergerstraße:
Das Geschwindigkeitsniveau des motorisierten Individualverkehres (MIV) hat sich erheblich reduziert, die gefahrenen Geschwindigkeiten sind homogener als vorher.
[..]
Wegen des durch die o.a. Maßnahme erzielten Gewinns an Ver- Rathaus Umschau 2.2.2016, Seite 12 kehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer sehen wir die phasenweise bei erhöhtem Verkehrsaufkommen in den Spitzenzeiten vereinzelt auftretenden Störungen im Verkehrsfluss als verhältnismäßig an.
[..]
Es wird daher festgestellt, dass der Verkehrsfluss in der Gabelsbergerstraße keine besonderen Probleme aufweist.

2. Grasser-/Landsberger Straße:
Die vor dem Umbau getroffenen Aussagen hinsichtlich einer ausreichenden Leistungsfähigkeit des umgebauten Knotens haben sich bestätigt.
[..]
Es wird daher festgestellt, dass der Verkehrsfluss an der Lichtsignalanlage Grasser-/Landsberger Straße keine Probleme aufweist.

Bremst die Münchner GroKo den Radverkehr aus?

Essen: Stadion statt Radverkehr

Essen wird 2017 “Grüne Hauptstadt Europas” sein. Essen hat aber auch Fußballgeschichte (mit der Fußballgegenwart sieht es eher mau aus). Essen hat auch einen defizitären Stadionneubau am Hals. Der wird nun von der Stadt mit 500.000€ gestützt.

Um das zu finanzieren, wird sich -wo? na natürlich beim Radverkehr gespart – dessen Gesamtetat von ebenfalls 500.000€ wurde ersatzlos gestrichen.

Quelle: Die Zeit, 2.2.2016 “Wo Tore mehr zählen als Räder”

Essen: Stadion statt Radverkehr

Autonome Fahrzeuge: “Radfahrer sind das Problem”

Wir Radler stehen mal wieder dem Fortschritt im Weg: Der CEO von Renault-Nissan, ein gewisser Herr Carlos Ghosn, möchte gerne bis 2020 ein autonomes Fahrzeug an den Start bringen. Allerdings sieht er da ein großes Hindernis:

Nämlich uns Radfahrer! Wer hätte das gedacht…

Denn: “Radfahrer halten sich generell nicht an Regeln” und außerdem verhalten wir uns “manchmal wie Fußgänger, manchmal wie Fahrzeuge“.

Das wäre auch zu viel verlangt von so einem Robbie, einfach mit Fußgängern *und* Fahrzeugen klar zu kommen. Klarer Fall, die Fußgänger und Radler müssen weg von der Strasse, dem Fortschritt zuliebe. Die Forderung scheint ganz ernsthaft gestellt zu werden.

Auch das Google-Auto kämpft noch mit den Tücken des ungeordneten Verkehrs: Nicht nur umherrollendes Gebüsch (“Tumbleweeds” – das, was nach 18 Uhr durch Hannovers Altstadt weht) bringt die Technik aus dem Konzept, sondern auch ein vor- und zurückrollender Fixie-Fahrer an der Ampel :D

 

Autonome Fahrzeuge: “Radfahrer sind das Problem”

Einfluß der Autolobby in der EU

Und weil’s so schön zum vorherigen Blogpost “Runder Tisch in Hamburg” passt:

Gerade flattern von “Lobbycontrol” her ein paar Infos über den Einfluß herein, den die ACEA (das ist die “Association des Constructeurs Européens d’Automobiles”) in Brüssel nimmt.

Hier Der Link mit .PDFs der diversen Dokumente und Memos:

http://corporateeurope.org/climate-and-energy/2016/01/scandal-hit-car-industry-driving-seat-new-emissions-regulations

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Einfluß der Autolobby in der EU

Runder Tisch in Hamburg

In Hamburg gab es einen “runden Tisch”zur Luftreinheit in den Städten. Dabei: Olaf Scholz, Alexander Dobrindt und die Automobilindustrie. Vertreter/Verfechter Alternativer Verkehrsarten oder gar Konzepte kann man bei sowas natürlich nicht brauchen.

Das Ergebnis war vorhersehbar:

Unser Ziel ist mehr Mobilität mit weniger Emissionen. Das erreichen wir durch saubere Antriebstechnik.

so Dobrindt.

Aha. Saubere Luft dank “mehr Mobilität”. Saubere Mobilität natürlich. Klar, ne.

Emobilität

Gleichzeitig eine Gelegenheit für den Erfolgsminister Dobrindt (PKW-Maut, Safe-Harbour ohne Nachfolger, etc.), für seine grandiosen Maßnahmen zur Steigerung des E-Auto-Anteils zu werben. Ihr erinnert Euch, das waren diese Möglichkeiten für Kommunen, E-Autos zu privilegieren (kostenfreies Parken, Nutzung von Busspuren etc.), die keine Kommune umsetzen will.

Ein Runder Tisch zur Luftreinheit mit (ausschließlich) der Automobilindustrie am Tisch, das ist wie ein Anti-Drogenprogramm mit führenden Dealern zu besprechen. Gartenbaukongress der Böcke.

Quelle: http://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/4919890/2015-02-01-pr-roundtable-luftqualitaet/

 

 

Runder Tisch in Hamburg

Radeln und Kiffen..

Bekifft Radeln sollte man lieber lassen… oder?

Zu einem schlechteren Radfahrer macht es einen nicht – wie eine Studie jetzt herausgefunden hat :)

Bekifft machten die Probanden weniger Fehler als “nüchtern”, und alle schnitten beim Sehtest überdurchschnittlich ab.

Und nein, das war keine Studie von der Rasta-Akademie von Jamaica, sondern höchst wissenschaftlich durchgeführt von der Rechtsmedizin der Uni Düsseldorf.

Die Probanden, die nicht nur eine Couchecke und Knabbereien zur Verfügung gestellt bekamen, sondern sich bis zu drei mit gestelltem Stoff selbstgebaute Tüten genehmigen durften, waren allerdings allesamt geübte Kiffer.

Hm, man könnte jetzt mal denselben Versuch mit ein paar geübten Trinkern wiederholen? Wird schließlich gerne gleichgesetzt. Vielleicht finden sich welche in der Rechtsmedizin…

Aber nicht, dass es jetzt heißt: Der mucradblogger hat geschrieben, ich darf kiffen und radeln – davor raten wir natürlich ausdrücklich ab!

Erfolgreiche Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Pressestelle Polizei Köln: Einige Radfahrer haben bewirkt, dass eine DA gegen die polizeiliche Pressestelle Köln erfolgreich war.

Ein Radfahrer wurde einer Autofahrerin im Gegenverkehr mit minimalem Seitenabstand passiert, es gab einen Klaps aufs Dach und der Radfahrer war zu Fall gekommen, hatte sich dann aber unerlaubt entfernt. Trotz der ungeklärten Schuldfrage hatte die Pressemitteilung/der Fahndungsaufruf von einem “Radlrowdy” gesprochen.

Radeln und Kiffen..

“Spucki” made in Russia

Erinnert Ihr Euch noch an die “Spuckis“? Diese kleinen Aufkleber “Parke nicht auf unseren Wegen!”, für die Rückspiegel von Freunden der kreativen Parkraumfindung?

In Moskau gibt des auch, allerdings Moskau-Style :)

Dort ist es scheinbar allgemein üblich, den alltäglichen Stau auf dem Gehweg oder sogar den Strassenbahnfurten zu umfahren und öffentliche Parkplätze mit Pollern für Firmen und Restaurants zu reservieren. In zweiter Reihe geparkt wird sowieso überall.

Deshalb hat sich eine Gruppe namens “Stop a Douchebag” zusammengefunden. Sie konfrontieren diese Leute direkt und verpassen denen, die nicht sofort zurück- oder weiterfahren, mit reichlich Körpereinsatz die russische Version eines Spuckis – ein Riesenteil, und äußerst gut haftend. Zuerst auf die Beifahrerseite der Windschutzscheibe, bei Hartnäckigkeit einen zweiten auf die Fahrerseite. Das ganze landet dann bei Youtube. Das sieht dann z.B. so aus:

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(Uups, was hat der denn für ein spaßiges Kennzeichen?!)

Selbstverständlich bleiben diverse Konfrontationen nicht aus, Messer, Baseballschläger und Pistolen werden schon mal gezückt. Wohl aus gutem Grund gehört ein Typ, der offensichtlich MA-Kenntnisse besitzt, zum Team. In Russland ist alles eine Stufe härter…

Cool die Handlungsweise der russischen Polizei, die den Delinquenten regelmäßig verpflichtet, sich zu entschuldigen :)

Der Youtoube-Kanal von “Stop a Douchebag”:

https://www.youtube.com/channel/UCMrKscEv_Ri1pvlRsLxsqJQ

“Spucki” made in Russia