Ärzte erklären, wofür Radhelme gut sind

Wofür sind Radhelme gut? Habt ihr euch sicher schon oft gefragt.
Die Sonntagsausgabe der “FAZ” auch – und die haben dafür “Radmessen besucht und Sportärzte gefragt”. Da konnte nichts schiefgehen, schliesslich sind Ärzte die letzte Instanz in allen Dingen. Ich bekomme zB immer Anlagetipps von meinem. Und mein Zahnarzt besteht darauf, die Vorteile der neuesten Campa-Aero-Felgen mit mir zu diskutieren, vorzugsweise, wenn ich gerade seine beiden Arme gefühlt bis zum Ellbogen in meinem Mund habe; aber das nur nebenbei.

Was also rät der Sportmediziner zum Thema Radfahren?

“[..]rät der Sportmediziner, [..] einen Helm sowie passende Fahrradkleidung tragen, um sich vor einem schmerzenden Hintern oder einer Erkältung zu schützen.”

Schön dass wir das jetzt mit doktoraler Autorität bestätigt haben. Ich hatte ja immer schon den Verdacht, Radhelme seien für den A…..

Ärzte erklären, wofür Radhelme gut sind

Rentiert sich der Solar-Radweg?

Vor einigen Monaten machte er Schlagzeilen, der erste Solar-Radweg (Solaroad), den sich Amsterdam geleistet hat. Alle fanden die Idee absolut genial: Radweg-Oberfläche aus Solarzellen, win-win! Grüner geht kaum!

Da die Niederlande 140.000km Radwege besitzen, wurde mal eben die Rettung aus allen Energieproblemen ausgerufen.

Also eine tolle Idee – endlich unabhängig von den Ölscheichs! oder?

Jetzt sind einige Zahlen veröffentlicht worden:

Länge der Versuchsstrecke ist 70 Meter. Gekostet hat sie 3,7 Millionen $ (Quelle). Die Ausstattung von 140.000km Radwegen kostet also, hmm, Mist, jetzt ist mein Taschenrechner geplatzt. Aber ich fürchte, man würde einen äußerst zahlungskräftigen Investor brauchen. Einen Ölscheich oder so.

Und der Output?

science and technology” jubelt:

Dutch solar road makes enough energy to power household

– hmmm? Wieviel genau?

In the first six months since it was installed, the panels beneath the road have generated over 3,000kwh. This is enough to provide a single-person household with electricity for a year.

Die Panele müssen natürlich eine extrem starke Glasdecke haben, um ihrer Bestimmung als Straßenoberfläche gerecht zu werden. Der Einbauwinkel ist logischerweise nicht variabel und kostet ca. 30% Wirkungsgrad gegenüber Elementen, wie sie auf Hausdächern eingesetzt werden. Dazu kommen die höheren Installationskosten. Die Lebensdauer “normaler” Panele ist auf 25-30 Jahre kalkuliert, ob die Radweg-Module dieselbe Dauer erreichen, ist unklar.

Selbst, wenn man nach Verlassen des Prototypenstadiums die Kosten um 90% reduzieren könnte, durch Serienfertigung etc, ist der Invest, um 2 (kleine) Haushalte mit Strom zu versorgen, bei ~300.000€.

Ja gut, aber man bekommt einen Radweg dazu, wird jetzt mancher sagen. Das kostet auch was. Stimmt. 1m Radweg kostet lt. ADFC ungefähr 120-130€.

Nennt mich einen Miesepeter, aber das sieht mir jetzt nicht übermäßig wirtschaftlich aus. Übersehe ich was Wesentliches, oder ist das ein Fall von “Kaisers neue Kleider”?

Rentiert sich der Solar-Radweg?

Moderne Verkehrspolitik verwirklichen

Hamburg: Hier gärt seit längerem im Stadtteil Uhlenhorst ein Streit um die Verkehrsraumgestaltung. An der Papenhuder Strasse ist seit Jahren für den Busverkehr zu Hauptverkehrszeiten kein Durchkommen im Stadtverkehr, zusätzlich sorgen Zweite-Reihe-Parker (Die bestimmte Münchner Bezirksratsvorsitzende bekanntlich für eine besonders schützenswerte Spezies halten) für Behinderung.

Die Idee der Opposition: Die Strasse soll eine Busspur und einen Radstreifen erhalten, was nach Planung mit einer Umstellung von Quer- zu Längsparken – was 40 Parkplätze weniger bedeuten würde- und dem Fällen eines (1) Baumes einherginge.

Die “Zeit” hat das Geschehen auf dem Radar und kommentiert lapidar:

Man könnte das für das Resultat einer vernünftigen Abwägung halten. Es geht ja nicht um die Bedürfnisse einer Minderheit. Auf der Papenhuder Straße sind deutlich mehr Buspassagiere unterwegs als Autofahrer, was nur deshalb nicht auffällt, weil Letztere weitaus mehr Platz beanspruchen.

Wie zu erwarten ist, laufen bestimmte Teile der Bevölkerung gegen solche Pläne massiv Sturm.

Das Bezirksamt hat nun einen “Beteiligungsworkshop” organisiert, zu dem fast ausschliesslich die Umbau-Gegner mit eingeladen waren und als erste Amtshandlung die Presse (“Journaille”) rausgeworfen wurde. 

Respekt, liebe Hamburger Demokratinnen und Demokraten :D

Das Schlusswort klaue ich mir nochmal aus der “Zeit”:

Früher gingen Leute gegen Atomkraft oder Raketen auf die Straße, heute kämpfen sie mit derselben Wut für das Recht, ihre Autos in einem engen Altbauquartier quer zur Fahrbahn zu parken.

http://www.zeit.de/2014/44/verkehr-hvv-bahn-bus/

http://www.zeit.de/2015/18/buergerbeteiligung-busbeschleunigung-hvv-uhlenhorst

Moderne Verkehrspolitik verwirklichen

Blitzermarathon

Was unterscheidet die Verkehrsmoral von Radfahrern und Autofahrern? Radfahrer halten sich an 365 Tagen im Jahr nicht an die Verkehrsregeln, Autofahrer nur an 364. Die Ausnahme war der vergangene Donnerstag, der Tag des europäischen Blitzmarathons. Trotz überall veröffentlichter Lage der Kontrollstellen und des riesigen medialen Aufwands gingen selbstverständlich Zehntausende ins Netz. Gefühlt sei, so die Polizei, der Verkehr “merklich gemütlicher” unterwegs gewesen.

Ein Rückschluss auf die generelle Bereitschaft der autofahrenden Verkehrsteilnehmer, Regeln einzuhalten, blieb in diesem Fall selbstverständlich aus, man istjaauchAutofahrer und es ging auch nicht um Radfahrer.

Aber nur die Ruhe, seit gestern ist wieder alles beim Alten, ihr dürft wieder Gas geben und auf uns schimpfen :D

In der Maxvorstadt, genauer: bei der FH an der Ecke Dachauer/Loth, räumte eine abbiegende Autofahrerin einen Radwegbenutzer ab. Da an der Kreuzung eine recht schwachsinnige Radweg-Furt existiert, stand ein Laternenmast bereit, gegen den das Opfer prallte. Dabei erlitt es einen Fußbruch und verlor mehrere Zähne.

Selber schuld, meint die Polizei, schließlich trug er keinen Helm, außerdem wird ermittelt, ob sein Licht funktioniert hatte.

http://www.merkur-online.de/lokales/muenchen/zentrum/auto-erfasst-radfahrer-schwer-verletzt-4896156.html

http://www.merkur-online.de/lokales/muenchen/zentrum/radfahrer-kollidiert-auto-schwer-verletzt-4895366.html

Eine geöffnete Autotür verhalf einem weiteren Radler in der Agnesstrasse zu einem verlängerten Krankenhausaufenthalt. Immerhin war das Auto “ordnungsgemäß abgestellt“, wie die Polizei versichert. Da der Hinweis auf den fehlenden Helm fehlt, ist anzunehmen, dass er keine große Hilfe dabei war, die Hirnblutung und das schwere SHT zu verhindern.

Blitzermarathon

BA Maxvorstadt: Kein Radstreifen Nymphenburgerstrasse, weil man dann nicht mehr in 2. Reihe parken kann

Endloses Drama um vernünftige Lösung für die Nymphenburger Straße – bis jetzt: Viel Geld ausgegeben für Nichts – BA-Vorsitzender -von Beruf Polizist- stellt Falschparker-Interessen über legale und moderne Radverkehrsführung

Nymphenburgerstrasse: Wie wir Radfahrer wissen, ist der Radweg an der Nymphenburger Straße einer der gefährlichsten und unangenehmsten Münchens.

(Wir berichteten bereits verschiedentlich darüber)

Er selbst ist zu eng, und er macht den Gehweg noch enger. Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern entstehen bereits, wenn zwei Fußgänger nebeneinander gehen wollen.

Dazu kommen rund 60 (!) Grundstücksausfahrten pro Fahrtrichtung allein zwischen der Landshuter Allee und dem Stiglmaier Platz. Dafür tummeln sich die PKWs auf der überbreiten Fahrbahn, ohne recht zu wissen, was sie mit dem vielen Platz anfangen sollen, mal nebeneinander, mal hintereinander.

Die Straße wäre ein erstklassiger Kandidat für komfortable, moderne und sichere Radstreifen auf der Fahrbahn. Und das sogar, ohne den Autos was wegzunehmen, was ja für die meisten Politiker ein absolutes Tabu zu sein scheint.

2013 – Sanierung für viel Geld ohne Effekt

 

Aber es ist nicht so, dass sich nichts täte: Der Bezirksausschuß Maxvorstadt hat sich wiederholt mit dem Thema befasst. 2013 wurden die Radwege-Oberflächen für nicht wenig Geld erneuert, was einen der schlechtesten Radwege Münchens zu einem der schlechtesten Radwege Münchens mit der schönsten Oberfläche beförderte.

2014 – “Radweg entspricht nicht heutigen Standards”

 

2014 wurde der Radweg erneut Thema (https://www.muenchen-transparent.de/dokumente/3503936), und man kam zu dem Schluss:

Angesichts des hohen Radverkehrsaufkommens sind die Verhältnisse für den Radverkehr auf den Radwegen im Zuge der Nymphenburger Straße beengt und entsprechen nicht mehr den heutigen Planungsstandards.

So sieht nachhaltige Verwendung von Steuermitteln aus im Bezirk Maxvorstadt.

Weiters schrieb man:

Eine Verbreiterung der Radwege ist jedoch wegen der angrenzenden schmalen Baumgräben und der ohnehin bereits verhältnismäßig schmalen Gehwege nicht möglich.

Tipp an die Herrschaften vom BA: Es ist tatsächlich erlaubt, sich auch mal anzusehen, wie viel Platz insgesamt auf der Strasse wäre. Es ist nicht so, dass im Grundgesetz steht, dass Autostraßen unantastbar sind!

Aber es geht noch weiter:

Die Radwege wurden 2013 umfangreich im Bestand saniert und im Rahmen der örtlichen Möglichkeiten punktuell verbessert, wodurch sich die Situation für den Radverkehr  im Rahmen des örtlich Möglichen bereits merklich verbessert hat

Der Rahmen des Möglichen wäre weitaus größer, aber der scheint nicht im Rahmen des für Betonköpfe denkbaren zu liegen.

2015 – Falschparker gehen vor Radverkehr, sagt ein Polizist

 

Aber es geht noch weiter, denn auch bei der ersten Sitzung 2015 kam das Thema wieder aufs Tapet. Der neue BA-Vorsitzende Christian Krimpmann (CSU – woher auch sonst) lehnt einen Radstreifen auf der Nymphenburger Straße im Stadtteilblatt “Hallo München” (4.2.2015) rundheraus ab. Die Begründung ist allerdings originell:

“Dann ist es nicht mehr möglich, in zweiter Reihe zu parken”

Herr Krimpmann ist im Zivilberuf übrigens Polizeibeamter.

 

 

 

 

 

 

BA Maxvorstadt: Kein Radstreifen Nymphenburgerstrasse, weil man dann nicht mehr in 2. Reihe parken kann

Rosenheimer Strasse – es bleibt ein fauler Kompromiss

München, Rosenheimer Straße: Die Stadtführung hat einen Lösungsvorschlag erarbeitet.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/neue-plaene-fuer-die-rosenheimer-strasse-wo-es-fuer-radfahrer-eng-wird-1.2326972

Die gute Nachricht: Sogar den Benzinköpfen von der CSU scheint aufgegangen zu sein, dass ihre Idee von der “alternative Routenführung” für den Radverkehr ein ganz großer Käse ist. Der neue Lösungsvorschlag sieht eine Radspur auf der Rosenheimer Straße vor.

Die schlechte Nachricht: Auch die 4 Fahrspuren sollen bleiben. Parkplätze sollen selbstverständlich erhalten bleiben. Das heißt für den Radverkehr: die Radstreifen werden nur 1,50m breit, Überholen wird also quasi unmöglich sein.

Man sieht einmal wieder, dass man von einer GroKo vieles erwarten kann, nur kein visionäres Arbeiten. Erhalt des Status Quo bei gleichzeitigem Ignorieren des Trends, bis er einem so laut ins Gesicht schreit, dass man nicht mehr anders kann.

Spannend auch der Wortbeitrag von ÖDP-Stadträtin Sonja Haider, die von “allen Seiten” fordert, “Kompromisse einzugehen”.

der mucradblogger meint: Liebe Frau Haider, dem stimme ich im Grundsatz ja zu.

Aber: Der gesamte nicht-motorisierte Verkehr geht in München andauernd Kompromisse ein zu Gunsten des Autoverkehrs. Seit Jahrzehnten. Finden sie nicht, dass sich die Balance, was das akzeptieren von Kompromissen angeht, mal etwas mehr ins Gleichgewicht schieben könnte?

Rosenheimer Strasse – es bleibt ein fauler Kompromiss

Berlin: 19x mal mehr Fläche für Autos

Berlin: Die Macher von clevere-staedte.de (das sind die mit der “Wegeheld”-App) haben im Rahmen eines Hochschulprojekts  Verkehrsflächen vermessen. Das Ergebnis fällt wenig überraschend aus: Für Autos ist 19x mehr Platz reserviert als für den Radverkehr.

Die Details kann man hier nachlesen:

http://clevere-staedte.de/flaechen-gerechtigkeits-report-online

Dieselben Leute haben ihre App, beziehungsweise die damit erfassten Falschparker, mal nach Automarken ausgewertet. Auch wenn die Zahlen absolut sind und nicht nach Zulassungszahlen gewichtet, läßt sich Interessantes ableiten: Die größten Parkrüpel fahren Rover, Jaguar, Porsche und – Smart! Letztere haben als typische Stadtautos die “ich bin doch eh so klein, ich störe hier doch gar nicht”-Automatik eingebaut. Vielleicht liegt es auch daran, dass so viele Pizzadienste Smarts einsetzen?

Am besten benehmen sich Fahrer japanischer Vehikel. Die Benutzer deutscher Premium-Fahrzeuge sortieren sich im vorderen Mittelfeld ein.

Das ganze ist sogar der Autobild einen Artikel (mit Galerie…) wert!

http://www.autobild.de/artikel/wegeheld-studie-zu-parksitten-5569598.html

 

 

Berlin: 19x mal mehr Fläche für Autos