Autonome Fahrzeuge: „Radfahrer sind das Problem“

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Wir Radler stehen mal wieder dem Fortschritt im Weg: Der CEO von Renault-Nissan, ein gewisser Herr Carlos Ghosn, möchte gerne bis 2020 ein autonomes Fahrzeug an den Start bringen. Allerdings sieht er da ein großes Hindernis:

Nämlich uns Radfahrer! Wer hätte das gedacht…

Denn: „Radfahrer halten sich generell nicht an Regeln“ und außerdem verhalten wir uns „manchmal wie Fußgänger, manchmal wie Fahrzeuge„.

Das wäre auch zu viel verlangt von so einem Robbie, einfach mit Fußgängern *und* Fahrzeugen klar zu kommen. Klarer Fall, die Fußgänger und Radler müssen weg von der Strasse, dem Fortschritt zuliebe. Die Forderung scheint ganz ernsthaft gestellt zu werden.

Auch das Google-Auto kämpft noch mit den Tücken des ungeordneten Verkehrs: Nicht nur umherrollendes Gebüsch („Tumbleweeds“ – das, was nach 18 Uhr durch Hannovers Altstadt weht) bringt die Technik aus dem Konzept, sondern auch ein vor- und zurückrollender Fixie-Fahrer an der Ampel :D

 

Einfluß der Autolobby in der EU

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Und weil’s so schön zum vorherigen Blogpost „Runder Tisch in Hamburg“ passt:

Gerade flattern von „Lobbycontrol“ her ein paar Infos über den Einfluß herein, den die ACEA (das ist die „Association des Constructeurs Européens d’Automobiles“) in Brüssel nimmt.

Hier Der Link mit .PDFs der diversen Dokumente und Memos:

http://corporateeurope.org/climate-and-energy/2016/01/scandal-hit-car-industry-driving-seat-new-emissions-regulations

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Runder Tisch in Hamburg

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In Hamburg gab es einen „runden Tisch“zur Luftreinheit in den Städten. Dabei: Olaf Scholz, Alexander Dobrindt und die Automobilindustrie. Vertreter/Verfechter Alternativer Verkehrsarten oder gar Konzepte kann man bei sowas natürlich nicht brauchen.

Das Ergebnis war vorhersehbar:

Unser Ziel ist mehr Mobilität mit weniger Emissionen. Das erreichen wir durch saubere Antriebstechnik.

so Dobrindt.

Aha. Saubere Luft dank „mehr Mobilität“. Saubere Mobilität natürlich. Klar, ne.

Emobilität

Gleichzeitig eine Gelegenheit für den Erfolgsminister Dobrindt (PKW-Maut, Safe-Harbour ohne Nachfolger, etc.), für seine grandiosen Maßnahmen zur Steigerung des E-Auto-Anteils zu werben. Ihr erinnert Euch, das waren diese Möglichkeiten für Kommunen, E-Autos zu privilegieren (kostenfreies Parken, Nutzung von Busspuren etc.), die keine Kommune umsetzen will.

Ein Runder Tisch zur Luftreinheit mit (ausschließlich) der Automobilindustrie am Tisch, das ist wie ein Anti-Drogenprogramm mit führenden Dealern zu besprechen. Gartenbaukongress der Böcke.

Quelle: http://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/4919890/2015-02-01-pr-roundtable-luftqualitaet/

 

 

Radeln und Kiffen..

Bekifft Radeln sollte man lieber lassen… oder?

Zu einem schlechteren Radfahrer macht es einen nicht – wie eine Studie jetzt herausgefunden hat :)

Bekifft machten die Probanden weniger Fehler als „nüchtern“, und alle schnitten beim Sehtest überdurchschnittlich ab.

Und nein, das war keine Studie von der Rasta-Akademie von Jamaica, sondern höchst wissenschaftlich durchgeführt von der Rechtsmedizin der Uni Düsseldorf.

Die Probanden, die nicht nur eine Couchecke und Knabbereien zur Verfügung gestellt bekamen, sondern sich bis zu drei mit gestelltem Stoff selbstgebaute Tüten genehmigen durften, waren allerdings allesamt geübte Kiffer.

Hm, man könnte jetzt mal denselben Versuch mit ein paar geübten Trinkern wiederholen? Wird schließlich gerne gleichgesetzt. Vielleicht finden sich welche in der Rechtsmedizin…

Aber nicht, dass es jetzt heißt: Der mucradblogger hat geschrieben, ich darf kiffen und radeln – davor raten wir natürlich ausdrücklich ab!

Erfolgreiche Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Pressestelle Polizei Köln: Einige Radfahrer haben bewirkt, dass eine DA gegen die polizeiliche Pressestelle Köln erfolgreich war.

Ein Radfahrer wurde einer Autofahrerin im Gegenverkehr mit minimalem Seitenabstand passiert, es gab einen Klaps aufs Dach und der Radfahrer war zu Fall gekommen, hatte sich dann aber unerlaubt entfernt. Trotz der ungeklärten Schuldfrage hatte die Pressemitteilung/der Fahndungsaufruf von einem „Radlrowdy“ gesprochen.

„Spucki“ made in Russia

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Erinnert Ihr Euch noch an die „Spuckis„? Diese kleinen Aufkleber „Parke nicht auf unseren Wegen!“, für die Rückspiegel von Freunden der kreativen Parkraumfindung?

In Moskau gibt des auch, allerdings Moskau-Style :)

Dort ist es scheinbar allgemein üblich, den alltäglichen Stau auf dem Gehweg oder sogar den Strassenbahnfurten zu umfahren und öffentliche Parkplätze mit Pollern für Firmen und Restaurants zu reservieren. In zweiter Reihe geparkt wird sowieso überall.

Deshalb hat sich eine Gruppe namens „Stop a Douchebag“ zusammengefunden. Sie konfrontieren diese Leute direkt und verpassen denen, die nicht sofort zurück- oder weiterfahren, mit reichlich Körpereinsatz die russische Version eines Spuckis – ein Riesenteil, und äußerst gut haftend. Zuerst auf die Beifahrerseite der Windschutzscheibe, bei Hartnäckigkeit einen zweiten auf die Fahrerseite. Das ganze landet dann bei Youtube. Das sieht dann z.B. so aus:

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(Uups, was hat der denn für ein spaßiges Kennzeichen?!)

Selbstverständlich bleiben diverse Konfrontationen nicht aus, Messer, Baseballschläger und Pistolen werden schon mal gezückt. Wohl aus gutem Grund gehört ein Typ, der offensichtlich MA-Kenntnisse besitzt, zum Team. In Russland ist alles eine Stufe härter…

Cool die Handlungsweise der russischen Polizei, die den Delinquenten regelmäßig verpflichtet, sich zu entschuldigen :)

Der Youtoube-Kanal von „Stop a Douchebag“:

https://www.youtube.com/channel/UCMrKscEv_Ri1pvlRsLxsqJQ

Steiermark: Kaufprämie für Cargo-Bikes

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In der Steiermark gibt es seit 1.1.2016 einen Zuschuß beim Erwerb eines Cargo-Bikes mit oder ohne E-Unterstützung in Höhe von bis zu 500€!

http://cargobike.jetzt/kaufzuschuss-steiermark/

http://www.radland.steiermark.at/cms/beitrag/12406035/20321016/

In München wird es ab April ein ähnliches Modell geben, allerdings nur für E-unterstützte Räder und nur für Gewerbetreibende.

Währenddessen plant Sigmar Gabriel einen Zuschuß von 5000.-€ pro E-Auto, wie heise.de berichtet.

Recht so! Wenn eine Branche Unterstützung vom Staat benötigt, dann sind es die Autobauer!

n-tv 31.3.2015: „Gigantische Gewinnzuwächse – Deutsche Autobauer so profitabel wie nie

 

Autonom zum Verkehrsinfarkt

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Selbstfahrende (autonome) PKWs sind im Kommen: Google testet sie bereits sehr erfolgreich, die etablierten Hersteller (die, die ihr Produkte mit „Freude am Fahren“ und dgl. vermarkten) taten sich mit der Idee schwerer, ziehen aber allmählich nach.

Zunächst keine schlechte Nachricht für uns Schwächere in der Verkehrs-Nahrungskette, verursachten Googles Testläufer erheblich weniger Unfälle (fast keine) und sind dank neuester Software -im Gegensatz zu der überwiegenden Mehrheit der menschlichen Fahrer- in der Lage, Radfahrer und Fußgänger zu erkennen und ihnen auszuweichen.

Weitere Vorteile wären geringerer Energie- und Ressourcenverbrauch – wegen der geringen Unfallwahrscheinlichkeit könnten viele Sicherheitsfeatures wegfallen oder kleiner dimensioniert werden.

Die Kehrseite der Medaille: Autonome Fahrzeuge werden zusätzlichen Verkehr erzeugen. Das sagen so gut wie alle Studien, die sich mit der Thematik befassen, aus, wie eine jetzt vorgestellte Metastudie festgestellt hat. Der erwartete zusätzliche Anstieg liegt zwischen 4% und 54%. Durch autonomes Fahren wird Fahren billiger, es gelangen Personengruppen zum Nutzerkreis, die bis jetzt ausgeschlossen sind, auch die Zersiedelung könnte Ansteigen. Und das Auto sucht sich selbst den Parkplatz, diese Abschreckung verliert ihre Wirkung.

Unterm Strich vor allem für Menschen, die in den Ballungsräumen wohnen, ein zweischneidiges Schwert. Mehr Sicherheit, aber auch deutlich mehr Verkehr.

Quelle: heise.de

Durchsagen 2016 II

München: Die „sz“ nimmt ein weiteres Mal die Verkehrspolitik des Rathauses auf’s Korn: „Münchens Verkehrspolitik wird immer desaströser“. Autor Kassian Stroh macht keine Gefangenen: „Es ist schon deutlich zu spüren, dass seit bald zwei Jahren im Rathaus die CSU mitregiert. Sie hält das Auto für das Verkehrsmittel der Zukunft in München und preist sich dafür, dieses „neue Denken“ ins Rathaus gebracht zu haben. Allen Ernstes. Und seit sie sich von ihrem grünen Koalitionspartner losgeeist hat, entflammt auch die SPD zunehmend in Liebe zum Auto„.

Hähäh. Beziehungsweise: heul.

Basel: Basel erprobt seit 2013 den „grünen Pfeil“ für Radfahrer mit guten Ergebnissen. Den deutschen Unfallforschern der „GDV“ reicht das natürlich noch nicht als Beleg.

Abus hat sich Gedanken gemacht, warum wir ums Verrecken keinen Helm aufsetzen wollen: Es liegt an der Frisur. Das wird eine harte Nuß für die Marketingabteilung.

Infrastrukturapokalypse in Brome:Radweg für Lkw-Verkehr nicht geeignet„. Einmal mit Profis arbeiten!

 

Anteil radfahrender Frauen: Deutschland auf Platz 2

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Wer die sozialen Medien zum Thema Radverkehrskonzepte verfolgt, hat vielleicht wahrgenommen, dass international ein neues Feindbild existiert: Der deutsche Radl-Lobbyist.

Während der Rest der Welt der Meinung ist, dass Radverkehr so abgeschottet wie möglich vom Rest des Verkehrs stattfinden soll („protected cycling infrastructure“), kämpfen in Deutschland der ADFC und Andere dafür, dass wir dort Radfahren können und dürfen, wo wir vom Rest des Verkehrs gesehen und wahrgenommen werden können. Diverse Studien belegen, dass bei Radwegen besonders Kreuzungs- und Einmündungsbereiche die Risikopunkte darstellen. (zB. BaST „Unfallrisiko und Regelakzeptanz von Fahrradfahrern“).

Das Gegenargument ist, dass insbesondere unerfahrene Radfahrer, Kinder und Frauen durch die Nähe zum übrigen Verkehr vom Radfahren abgeschreckt würden. (Da sollte man mal jemand von der Gender-Polizei drauf jagen :D)

Demnach müsste in Deutschland, wo angeblich die Radverkehrsdiskussion von pöhsen männlichen Adrenalinjunkies diktiert wird (so jedenfalls der internationale Konsens), der Frauenanteil ziemlich niedrig sein, nicht?

Stellt sich heraus: nö. Der Frauenanteil in Deutschland bei den Radfahrern liegt (bzw. lag – die Zahlen sind von 2000-2005) bei 49% und ist der zweithöchste in Europa, nur knapp hinter dem Fahrradmusterland Niederlande und vor (!) den „Copenhagenizern“ aus Dänemark.

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UK Studie: Riskantes Verhalten von Radfahrern sehr selten eine Unfallursache

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Studie aus UK: „Riskantes Verhalten von Radfahrern sehr selten eine Unfallursache“

Auch in England wird der Kampf um die Vorherrschaft auf den Straßen mit harten Bandagen geführt. Wie bei uns verbreiten die Boulevardmedien gerne das Märchen von den wilden Gesetzlosen Radler: Keine Leuchtweste, fehlender Eierbecher, kein Licht, keine Befolgung der hl. Straßenverkehrsordnung. Hier ein schönes Beispiel von der „Daily Mail“: „Generation of ‚cycling iPod zombies‘ blamed for rise in deaths on the road„.

Der Autor hat die Ursache in den Kopfhörern („iPod Zombies“) verortet. Als Beleg dienen ihm Aussagen ausgewählter Londoner Autofahrer, was kann da schon schiefgehen.

Das „Transport Research Laboratory„, eine Einrichtung des Verkehrsministeriums, hat nun genauer hingesehen und stattdessen eine ordentliche Studie angefertigt. Duh!

Und das kam heraus:

  • Unfallursache Radfahrer Rotlichtverstoß/Stopschild mißachtet: 2% aller Fälle
  • Unfallursache kein Licht/dunkle Kleidung: 2-2,5% aller Fälle

Interessanterweise waren die Werte leicht höher bei Unfällen mit Todesfolge. Dann steht nämlich nur noch die Aussage des Unfallgegners zur Verfügung…

Quelle: The Guardian
http://www.theguardian.com/lifeandstyle/2009/dec/15/cycling-bike-accidents-study?CMP=share_btn_tw

 

Kurze Durchsagen 2016 I

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Autofahren, Schweinsbraten essen und Kohle verbrennen ist gottgefällig und entspricht unseren traditionellen Werten:
Gewarnt wird vor einer „Welt aus Radfahrern und Vegetariern, die nur noch auf erneuerbare Energien setzen“ und „gegen jede Form der Religion kämpfen„. Das habe mit „traditionellen [..] Werten nichts mehr zu tun“ -nein, das ist nicht das Ergebnis der letzten verkehrspolitischen Klausurtagung der CSU, zumindest noch nicht, sondern stammt vom neuen polnischen Außenminister.

Zeit online, 3.1.2016

Helmpflicht: Winnie „Styrobrain“ Herrmann gibt’s nicht auf.

Seit 2011 regiert Grün mit im Schwabenland, und schon für 2016 ist eine „Radverkehrsstrategie“ angekündigt. Der Herr Minister selber sieht“Nachholbedarf“, ob er das auf die Arbeitsleistung seines Ministeriums bezieht, ist unklar. Wahrscheinlich waren einfach die Gefälligkeitsgutachten nicht früher fertig.

Natürlich darf das persönliche Steckenpferd von Winnie, die Helmpflicht, nicht fehlen. Er gibt’s nicht auf, der Winnie.

Badische Zeitung, 3.1.2016

Kasperlwesten: „RoadToZero“, eine Sicherheitskampagne des irischen Verkehrsministeriums, empfiehlt diesen Aufzug für den Spaziergang an den Weihnachtsfeiertagen:

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Zürich: In Zürich stehen die Meßwerte der Zählstationen für Radfahrer und Fußgänger im Rahmen von „Open Data Zürich“ im Netz:

Standorte der Zählgeräte
Daten – Viertelstundenwerte

Blog „Velophil“ eingestellt: Andrea Reidls Zeit-online Blog „Velophil“ wird eingestellt. Schade und vielen Dank für die gute Arbeit! Jetzt geht es bei der „Zeit“ also unter dem Label „Mobilität“ nur noch um PS.

Immerhin kann man Andrea weiterhin auf „Busy Streets“ folgen.

 

Radler sind die besseren Fahrer

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Radler sind die besseren (Auto-)Fahrer, findet diese englische Versicherungsagentur, und bietet Radvereinsmitgliedern niedrigere Versicherungsprämien an. Na also…

Fefes Blog hat heute was über das Diskussionsgebaren von Netz-Antifas  und Netz-Feministen geschrieben. Erinnert mich *sehr* an das Diskussionsverhalten der Hardcore „wir brauchen geschützte Radwege und überall anders ist böse und wer was anderes sagt ist auch böse“-Fraktion.

 

Kurze Durchsagen 2015 IV

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München merkt’s allmählich: Leser dieses Blogs haben sie vielleicht schon wahrgenommen, die Unzufriedenheit des mucradbloggers mit der Radverkehrspolitik der aktuellen Stadtregierung, beziehungsweise dem völligen Fehlen einer solchen. Allmählich bringen sich auch die Opposition in- und außerhalb des Rathauses sowie die Medien in Stellung.

Führende Grüne Stadträte, darunter Ex-Radlbürgermeisterin Sabine Nallinger, kritisieren die „Lösung“ für die Marienplatz-Querung der Koalition (Lösung: Radler aus den Augen, aus dem Sinn), und haben auch mal das „Argument“, es sei so gefährlich dort mit uns Radlern, hinterfragen lassen (Antwort Polizei München : „Unter Zugrundelegung der tatsächlichen Zahlen an Menschen, die zu Fuß, mit dem Rad oder einem Kraftfahrzeug unterwegs sind, ist die Anzahl der Unfälle als verschwindend zu bezeichnen„).

Nachzulesen hier in der sz online vom 18.11.

Auch der „sueddeutschen“ selber wird es allmählich zu bunt: Redakteur Marco Völklein schreibt sich in „Stillstand in der Radlhauptstadt“ seinen (unseren) Frust von der Seele.

Am 18.12. hat die Stadtregierung immerhin ansatzweise reagiert: Und zwar wie? Mit einem Masterplan, darunter machen wir es natürlich nicht. Und einer „fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe“. Bis jetzt waren die Herrschaften auf Lustreise in Amsterdam, und das schon im Mai. Der mucradblogger mußte allerdings feststellen, dass bei manchem Teilnehmer nicht viel hängengeblieben ist.

Auf Konkretes, wie z.B. ein ordentliches Verkehrskonzept, warten wir zur Stunde noch, man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben.

Und Anderswo?

Oslo nimmt das Projekt „autofreie Innenstadt“ mit Schwung in Angriff.

Die Hauptstadtbewohner haben sich bewusst entschieden: für ein lebenswertes Zentrum ohne Autos, freie Plätze ohne Krach und Gestank, dafür entspanntes Radfahren auf den Straßen oder Fahren mit der U-Bahn. Klingt ziemlich gut, fast ein bisschen wie Urlaub.

Berlin brachte einen Volksentscheid Radverkehr auf den Weg (MITMACHEN, liebe Berliner!)

Liebe Münchner Lokalpolitiker, das, was Euch gerade links und rechts überholt, ist nicht der von lästigen Radlern befreite, endlich frei fließende Autoverkehr, sondern das ist der Rest der europäischen Großstädte, die uns gerade mit Schallgeschwindigkeit überholen, was moderne Verkehrskonzepte angeht. Brumm-brumm!

Last not Least: Achtung in Vaterstetten! Hier gibt es Bäume, die durch 30er-Zonen rasen und Autos aufschlitzen!

„Mit 100km/h in der 30er-Zone: Auto von Baum zerfetzt!“

 

 

Kurze Durchsagen 2015 III

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Heute mal ein Blick über den Tellerrand und schauen, was sich in der Radl-Welt so alles tut

Suwon, Südkorea: Ein Stadtviertel in Kuwon, Süd-Korea hat vor zwei Jahren das Experiment gewagt und einen Monat aufs Auto verzichtet. Mit positivem Langzeiteffekt, wie sich hier nachlesen läßt (Artikel auf Englisch).

The Long-Term Impact of a Month Without Cars

Oslo, Norwegen: Die neue Umwelt- und Verkehrsrätin von Oslo Marie Nguyen Lan Berg will auch keine E-Autos in der autofreien Innenstadt. Grund: Auch E-Autos brauchen zu viel Platz.

Artikel (norwegisch): http://www.osloby.no/nyheter/byutvikling/Oslos-nye-miljobyrad-Elbilene-skal-ogsa-ut-av-sentrum-8221235.html

Artikel deutsch (google translate): https://translate.google.de/translate?sl=no&tl=de&js=y&prev=_t&hl=de&ie=UTF-8&u=http%3A%2F%2Fwww.osloby.no%2Fnyheter%2Fbyutvikling%2FOslos-nye-miljobyrad-Elbilene-skal-ogsa-ut-av-sentrum-8221235.html&edit-text=&act=url

United Kingdom, Walthamstow und Leyton: Diese Londoner Umland-Gemeinden haben etwas eingeleitet, was sie „Mini Holland“ nennen: Viele Strassen für Autos gesperrt, Radwege, Fahrradstrassen, 30er-Zonen. Dafür wurden 33 Mio £ in die Hand genommen.

Selbstverständlich schlafen die Fans des gepflegten Gasfußes nicht und formieren sich zum Protest. Bis jetzt mit reichlich fadenscheinigen Argumenten (kommt uns Münchnern ja bekannt vor).

Newest hotness: „Das sind nur Radl-Rambos („Vehicular Cyclists“), die sowas wollen, weil die ungestört rumrasen wollen“. Der Begriff „Vehicular Cyclist“ hat sich m angelsächsischen Sprachraum eingebürgert, das ist eigentlich das Schimpfwort für jeden, der glaubt, ein Fahrrad sei ein Verkehrsmittel und seine Benutzung sei sogar dort überlebbar, wo man sich den Verkehrsraum mit anderen teilt. (Ebenfalls gebräuchlich ist „MAMIL“, das steht für „middle aged men in lycra“, denn die Engländer haben gerade dasselbe wie wir vor 15 Jahren mit dem „Jan Ullrich-Boom“).

Die Front hat, glaube ich, der dänische T-Shirt-Verkäufer Coleville-Andersen von „copenhagenize“ aufgemacht.

Vorhersehbarerweise nahmen die Gegner die Steilvorlage liebend gerne an und kehren sie jetzt gegen jede Art von Radverkehrsförderung. Ähnliches ist mir erst neulich in der Diskussion mit StR Schmid passiert, obwohl ich *gegen* die Auflösung eines Radstreifens opponierte: „Ich sehe da ein Foto von Ihnen im Trikot auf Facebook, wir machen nicht Verkehrspolitik für Rennfahrer„.

Danke für gar nichts, lieber Michael! Vielleicht wäre es doch besser, offen gegenseitig Erfahrungen auszutauschen und in freundschaftlicher Atmosphäre ergebnisoffen zu diskutieren, als den Fundamentalisten zu geben, der im alleinigen Besitz der einzigen Wahrheit ist, und  „Anderdenkende“ generell abzukanzeln?

Altstadttraverse: es wird ernst

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Altstadttraverse: Gestern abend gab es im Bezirksausschuß Altstadt-Lehel eine Sondersitzung zum Thema „Altstadttraverse„. Ergebnisse sind noch nicht bekannt.

Die aktuelle Planung sieht eine Vekehrsführung vom Odeonsplatz am Hofgarten entlang zur Alfons-Goppel-Straße, quer über die Maximiliansstrasse und dann weiter über die Falkenturmstrasse in die Sparkassengasse vor. Die Residenzstrasse bleibt befahrbar bis zum Marienhof.

Die involvierten Strassen sollen zu „Fahradstrassen“ umgewidmet werden.

Der mucradblogger sieht das Konzept skeptisch: Solch drastische Umwege werden von Radfahrern gewöhnlich nicht angenommen. Kein Mensch biegt am Odeaonsplatz ab und radelt erst mal 500m in die andere Richtung, wenn er zur Fußgängerzone will. Diese Lösung ist allenfalls für Durchgangsverkehr interessant, und wer so unterwegs ist, hat wahrscheinlich längst andere Trassen erkundet (zB längs der Isar).

Die Überquerung der Maximiliansstrasse ist ein weiterer Problempunkt. Die Autofahrer dort sind zumeist schon mit Parkplatzsuchen (und in großer Zahl: Einhaltung deutscher Verkehrsregeln) bereits total überfordert. Ein Sicherheitsfeature ist so eine Stelle sicherlich nicht für eine Fahrradtrasse mit 10.000+ Radlern/Tag.

Und natürlich wäre so ein Vorschlag unter Schwarz-Rot kein Voschlag, würde er nicht den üblichen Kotau vor den Motortouristen beinhalten. Der einzig sinnvolle Weg wäre meines Erachtens, in den teils furchtbar engen Strassen wenigstens die Parkplätze aufzulösen (Sparkassenstrasse). Passiert natürlich nicht – die Formulierung lautet: „Parkplätze würden wegfallen oder neu geordnet“ – man ahnt, wo es hingeht.

Der BUND Naturschutz hat bereits Bedenken angemeldet.

Im Zusammenhanhang mit der Altstadttraverse fallen selbstverständlich die ewig alten Klischee-Argumente, vor allem von der „Gefährlichkeit“ der bisherigen Trassierung über en Marienplatz. Die Fraktion der Grünen war immerhin mal so frech, nach belastbarem Zahlenmaterial zu fragen. Bin gespannt, was rauskommt :)

Kurze Durchsagen 2015 II – Flüchtlinge, die CSU und Dr. Blume-Beyerle

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In vielen deutsche Gemeinden haben Helfer „Fahrräder für Flüchtlinge“-Programme initiiert. Eine gute Sache! Doch es gibt noch ein schönes Beispiel dafür, wie Fahrräder helfen können:

Die Mehrzahl der Flüchtlinge nutzt bekanntlich den Seeweg über das Mittelmeer, aber einige haben eine Alternative ausfindig gemacht: Über Russland nach Norwegen. Kälter, aber sicherer.

Die Sache hat nur einen Haken: In Norwegen darf nur der Fremde im Auto befördern, der eine entsprechende Lizenz hat. Sich vom Schlepper einfach im Auto über die Grenze schaffen lassen, fällt also aus.

Also vor der Grenze aussteigen und zu Fuß weiter? Geht auch nicht, die Russen haben einen Paragraphen, der Grenzüberschreitung zu Fuß verbietet.

Lösung: Man nimmt ein Fahrrad :) wie die BBC berichtet.  http://www.bbc.com/news/magazine-34602208

Die Schlepper verkaufen den Flüchtlingen für die letzten 100m ein Fahrrad. Anscheinend kann man das im Paket buchen. Die Räder sind überwiegend Kinderräder oder Klappräder.

Kreisverwaltungsreferent Blume-Beyerle und die Stadt-CSU: Dass die Münchner CSU einige Mitglieder mit ausgesprochener Fahrrad-Allergie in ihren Reihen hat, war hier schon öfter Thema. Besonders hat sich Stadtrat Richard Quaas hervorgetan, bei dem der Anblick eines Fahrrades, egal ob stehend oder fahrend, einen Anfrage-Reflex auszulösen scheint.

Hier eine Antwort vom KVR-Chef persönlich auf seinen jüngsten Erguss (Danke an Leser „Zar“:

https://www.muenchen-transparent.de/antraege/3685395

Ist das jetzt meine Fanatismus-vernebelte Lesebrille, oder blitzt da ein feines bißchen Ironie aus der Verwaltungssprache? :)

Dr. Blume-Beyerle wird im Sommer 2016 den Ruhestand antreten. Er wird mir fehlen!

Kurze Durchsage 2015 I – Tempolimit, Fahrradmitnahme Eurostar

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Tempolimit: Nach einer repräsentativen Umfrage von „YouGov“ sind 56% aller Deutschen für ein Tempolimit auf Autobahnen (faz). Nach einer nicht-repräsentativen Umfrage von mucradblog sind allerdings die Mehrheit der deutschen Autohersteller gegen ein Tempolimit, so dass sich in absehbarer Zeit nichts ändern dürfte. Nur, falls Ihr Euch gefragt habt, von welchen Souverän die Macht ausgeht bei uns.

Das ist so ähnlich wie bei uns in München: Zwar wünscht sich die Mehrheit der Münchner eine sauberere Luft, weniger Krach und vielleicht sogar eine bessere Fahrrad-Politik, die Mehrheit der von CSU-Stadträten befragten Stammtischbrüder aber keinen Parkplatz weniger.

Fahrradmitnahme im Eurostar: Eurostar, Betreiber der gleichnamigen Fernzüge zwischen UK und dem Festland, will seine Fahrradmitnahme-Policy zum 1. November umstellen. Man muß das Fahrrad dann zerlegen und in einem Karton oder ähnlichem verstauen, was Radreisen von oder nach England ziemlich kompliziert macht.

Nach Protesten von Interessensverbänden wurde die zunächst geplante Größenbegrenzung für die Kisten (ca. 129x84x26) gelockert, man will jetzt „any reasonably sized“ Radpaket akzeptieren, die Wellen schlagen aber immer noch hoch, obwohl Eurostar Kartons zur Verfügung stellen will.

Ob die Schaffner auch den 5er Inbus im Hosensackerl dabeihaben, ist nicht bekannt.

Anger at Eurostar plan to make cyclists dismantle their bikes

Eurostar called on to ditch new bicycle dismantling policy

Spannend, zumal demnächst die Fahrrad-Stadt Amsterdam angebunden werden soll :)

Die deutsche Eurostar-Webseite weiß überhaupt nur etwas über „Fahrrad als Handgepäck“ mit max. 85cm Seitenlänge. Was lustig ist, denn selbst ein extrem kurz gebautes Rennrad hat ~1m Radstand, ohne Laufräder. 85cm geht nur mit Gabelausbau, oder mit der Flex.

Radweg Rosenheimerstr: Die Posse geht weiter

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Es kam, wie es kommen mußte: Das KVR mit (einmal wieder) dem unerschütterlichen Blume-Beyerle an der Spitze wird „massive Sicherheitsbedenken“ gegen die aktuelle Planung des Radwegs Rosenheimerstrasse anmelden.
Damit ist ziemlich sicher, dass das Projekt in eine weitere Diskussionsrunde gehen wird.

sz online: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/sicherheitsbedenken-schmalspur-radweg-an-der-rosenheimer-strasse-vor-dem-aus-1.2688457

Der schwarz-rote Stadtrat hatte sich für die (faule) Kompomißlösung „zwei zu schmale Fahrspuren plus ein zu schmaler Radweg“ entschieden, gemäß dem Grundsatz:
Es wird um jede Fahrspur und jeden Parkplatz gekämpft!
(das steht sogar ziemlich genauso im Koalitionsvertrag).

Es ist also ein weiteres Mal an der Verwaltung, eine absolut hanebüchene Entscheidung der Politiker einzubemsen. Das wird seit Schwarz-Rot allmählich zur „täglich grüßt das Murmeltier“-Nummer.

Wann wird wohl der erste Vollgasartist von der CSU wieder mit dem „Radverkehr in verkehrsarme Nebenstrassen umleiten“-Schmarrn um’s Eck kommen? Die Stoppuhr ist gestartet, Wetten werden angenommen.

Radabstellanlage Marienhof: Rathaus-CSU läuft Sturm

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Die Münchner CSU zeigt einmal mehr, welch großes Herz für den Radverkehr sie hat:

Sachlage: Im Marienhof wurden zweistöckige Radabstellanlagen installiert. 3 (!) an der Zahl!!!

Radfahrer! Qua(a)si m Innenhof der Machtzentrale! Das ist wie Küchenschaben im Wiesenzelt.

Während gegen Autoverkehr und Parkplätze in der Diener- und Pfisterstrasse nur komplette Fanatiker was haben können, sind die drei luftigen Pavillons den Diplomästheten von der staatstragenden Einheits- und einzig wahren Natur- und Heimatschutzpartei naturgemäß ein Dorn im Auge, wie die AZ berichtet.

Das schrie geradezu nach einer Anfrage, den die Radfahrer von der Stadt-CSU pflichtschuldigst lieferten:
http://www.ris-muenchen.de/RII/RII/DOK/ANTRAG/3803408.pdf

Wortführer sind die bereits einschlägig als große Freunde des Radverkehrs aktenkundigen StR Richard Quaas, Georg Schlagbauer und Hans Theiss. Insbesondere Herrn Quaas stören wild geparkte Radl mindestens genauso wie Radabstellanlagen.

Radabstellanlagen Marienhof

Radabstellanlagen Marienhof

Die Herren von der Lokalpatrioten- und Denkmalschutzpartei (Steigerwald etc.) empfinden die Anlage als optische Zumutung, die die Baudenkmäler des Rathauses sowie des „Dallmayr“-Hauses „verschandle“.

Ich habe mir mal persönlich ein Bild davon gemacht. So schön könnte der Marienhof ohne Radabstellanlagen sein!

Blick auf die Fassade des

So schön könnte es sein: Blick auf die Fassade des „Dallmayer“ (blauer Pfeil), hier völlig unverschandelt von häßlichen Radständern

Leider mutet man uns aber das hier zu:

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Das mutet man uns zu: Sie können es wahrscheinlich nicht erkennen, aber hinter diesen häßlichen Radständern (blaue Pfeile) befinden sich die Fassade des Rathauses, sowie das Kaufhaus Dallmayer (grüner Pfeil, Fassade nicht im Bild)

Der mucradblogger findet: Eine Sauerei, wie sie im Buche steht!

Hurra: Olympiaberg-Slalom ist Geschichte!

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+++ Eilmeldung +++ Eilmeldung +++

Die Gaudiveranstaltung am Olympiaberg ist Geschichte, wie der Münchner Merkur heute exklusiv meldet. Aus, ex, vorbei, gestorben.

Bereits dieses Jahr wird die Veranstaltung stattdessen in Garmisch ausgerichtet.

Wie ich auch werdet ihr euch fragen: Was ist da denn passiert? Überfallartiger Hirnregen im Stadtrat? nö, ganz pragmatisch: Die Ausfall-Versicherung war zu teuer…

Ober-Olympiapark-Fan Felix Neureuther („Der Slalom am Olympiaberg […] war [..]der völlige Oberhammer“ —  „…der totale Wahnsinn!„) zeigt sich entsprechend enttäuscht davon, dass stattdessen in Garmisch gefahren wird: „Das wäre supersensationell!“