Ein neues Pedal, auf das die Welt gewartet hat!

Produktvorstellung

Stammleser werden sich erstaunt die Augen reiben, denn eigentlich macht das mucradblog keine Produktpräsentationen. Aber das Ding ist eine Ausnahme wert!

Das Pedal für High Heels-Trägerinnen (und -Träger – nicht, dass wir hier auch noch eine Gender-Debatte reinkriegen)

15812094531_dfb2ecaebc_z 15629150200_5c1d8e9dd6_z

Während uns sonst Nachwuchsdesigner mit blinkenden Helmen und dergleichen Unfug nerven, haben diese beiden chilenischen Studenten endlich mal was erfunden, was einen Sinn hat.

Endlich kann Frau/Mann/Transe von Welt so angezogen Radeln, wie sie/er/es möchte. Das Rad passt sich der Kleidung an, nicht umgekehrt – so muß es sein!

http://www.ing.puc.cl/futuros-ingenieros-uc-lanzan-30-inventos-para-ciclistas-urbanos/

Kristallkugel-Einsatz beim Unfallkommando!

Wir haben es lange vermutet, jetzt wird es gewiß: Das Unfallkommando der Münchner Polizei hat eine Kristallkugel!

Nur so ist es zu erklären, dass sie so genau weiß, warum ein Autofahrer an der Sonnenstrasse eine Radlerin ins Krankenhaus befördert hat, obwohl der Fahrer flüchtig ist!

Die Ursache war “er hatte…

-Kapellmeister, bitte einen Trommelwirbel-

die Radlerin übersehen

-> http://www.polizei.bayern.de/muenchen/news/presse/aktuell/index.html/211278

(der brav getragene Radhelm konnte leider weder den Unfall, noch die Gesichtsverletzungen verhindern. Leider keine Angaben über den Sachschaden)

Achtung in Obermenzing! Wild aufspringende Autotüren!

Ein besonderes Juwel unter den spaßigen Polizeimeldungen flattert uns aus Untermenzing via “AZ” herein:

Ein Autofahrer hat blind seine Autotür geöffnet und damit eine Radfahrerin ins Krankenhaus befördert. Die Schuldfrage ist eindeutig: Der Autofahrer kann es schon mal prinzipiell nicht gewesen sein. Die Radfahrerin ist es (ausnahmsweise) auch nicht. Die Polizeiinspektion Obermenzing klärt auf: Die Autotür war’s! Das Biest sprang nämlich einfach auf!

Die Münchner Polizei hat bereits eine Aktionswoche angekündigt, um Autotüren auf die Gefahren des Straßenverkehrs aufmerksam zu machen. Der ADAC sprach eine deutliche Empfehlung aus, Autotüren nie ohne hell-leuchtende Warnweste zu benutzen.

Das “Maxvorstadtblog” sieht Parallelen zu gewissen Running Gags aus “Kottan ermittelt”: http://maxvorstadtblog.de/kottan-ermittelt-autotuer-problemzone-radfahrer/

 

 

ÖAMTC weiß, was schuld ist

der österrichische ÖAMTC hat in einer Studie herausgefunden, wer schuld ist, wenn Radfahrer oder Fußgänger umgenietet werden:

[..]Von den beobachteten Fußgängern waren 86 Prozent dunkel angezogen. Nur 14 Prozent setzten auf besser sichtbare, hellere Kleidung oder verwendeten reflektierendes Material, um sich sichtbar zu machen[..]

Diese Zahl macht betroffen. Denn, wie betont wird, das sind nur die “Beobachteten” – Beobachten kann man nur, was man sieht, und man sieht sie ja nicht – weil sie keine “Hi-Viz”-Westen tragen, diese Schwachmaten. Die Dunkelziffer (har, har) dürfte also um einiges höher liegen.

 

hi-viz

 

 

Edit: Der “Postillon” hat eine Ergänzung dazu: “Warnwestenpflicht für Rehe und Hirsche soll Zahl der Wildunfälle reduzieren”

http://www.oeamtc.at/portal/sichtbar-im-strassenverkehr+2500+1138907

http://www.der-postillon.com/2014/11/warnwestenpflicht-fur-rehe-und-hirsche.html

DVR: Den meisten ist Tempo 50 innerorts zu hoch

Eine vom deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage ergab, dass 51% der Deutschen Tempo 50 innerorts für zu schnell halten. nur 27% denken, das träfe nicht zu. Unter Unfallforschern ist seit längerem der Konsens, dass eine langsamere erlaubte Höchstgeschwindigkeit innerorts die Verkehrssicherheit, insbesondere für ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer oder Fußgänger, drastisch erhöhen würde.

Der DVR hat bereits 2013 in seinem “Report” das Für und Wider einer generellen Tempo-30 Regelung erörtert. Dagegen sprechen nur wenige und recht dünne Argumente, wie die Vermutung, eine solche Regelung würde von den Verkehrsteilnehmern nicht akzeptiert und nicht befolgt. Es wäre natürlich schön, wenn man sich bei anderen Verkehrsregelungen einen ähnlichen Kopf machen würde, ob die *Regelung* in dem Fall sinnvoll ist, statt einfach mal pauschal draufzuhauen, wie das bei, sagen wir, zum Beispiel den Radfahrern :D regelmäßig geschieht..

Und mal wieder überholen uns die “Verkehrs-Entwicklungsländer” rechts und links:

New York, Radverkehrsanteil 0,6%, hat gerade die Geschwindigkeit innerorts von 30 auf 25 Meilen pro Stunde gesenkt.

http://www.stern.de/auto/mobilitaet/tempo-50-vielen-deutschen-ist-hoechstgeschwindigkeit-im-ort-zu-schnell-2153792.html

http://www.dvr.de/presse/dvr_report/2013-04_journal.htm#1

 

Alle Jahre wieder: Skiterror im Olympiapark

Vorbereitungen für 5.”City-Slalom” – Stadtverwaltung entscheidet über Verlängerung

Oly

Da weint der Olympiaberg: Die FIS kommt zurück

Ein alljährliches Ärgernis für Spaziergänger, Schlittschuhläufer und andere Freunde des Olympiaparks kommt wieder: Bald starten die Arbeiten für den unregelmäßig stattfindenden “Ski-Event” im Olympiapark. Wie jedes Jahr ist mit der Durchfahrt von hunderten LKWs, wochenlang dröhnenden Schneekanonen und natürlich dem Höhepunkt, der mehrmonbatlichen Entwässerung des Sees mit der damit erzeugten Braunkohle-Abraumhalde-Optik zu rechnen. 3 Monate Aufbau, Dreck, Lärm und Häßlichkeit für 1h Fun-Event, TV-Präsenz und ausgiebige Sponsorenpräsentationen. Audi hat die Quattros schon geölt für 200-300 Bergfahrten, die Absperrgitter und Sichtschutzwände stehen bereit. Ob die Architekten das im Sinn hatten mit ihrem ursprünglichen Konzept vom autofreien Park, vom “demokratischen Grün”?

in vier Jahren 2x abgesagt, einmal nur mit “Kraftakt” ermöglicht

Dabei ist die Bilanz alles andere als eine Erfolgsstory: bei bisher genommenen vier Anläufen konnte das Rennen nur zwei Mal stattfinden , 2011 und 2013. Wobei 2013 von den Veranstaltern als “Kraftakt” (merkur 28.12.2012) bezeichnet wurde, wovon man 2014 im Schock der gescheiterten Münchner Olympiabewerbung “absah” und frühzeitig absagte. Den Dreck, den Lärm und das unansehnliche Olympiagelände über Monate hatten die Münchner trotzdem.

NOlympia!

Nein, nicht Garzweiler 2: “OB Ude’s Badewanne” in ausgelassenem Zustand

 

Kam damals noch Hoffnung auf, dass Olympiaparkverwaltung und Stadtobere die Message verstanden hätten, werden die Karten dieses Jahr offensichtlich neu gemischt: “Am 1. Januar [..] soll alles noch spektakulärer – und das Risiko einer Absage eben minimiert werden.” (merkur 6.11.2014)

Die Veranstalter planen zusätzlich zum Aufwand der Vorjahre die Errichtung einer Bühne im Seebecken und sichern sich bereits im Vorfeld ausgiebige Schneereservoir-Flächen in Reit im Winkl.

Anfang Dezember steht die Entscheidung an, ob der bisherige Vertrag, der 5 Austragungen vorsah, verlängert wird. Der Skiverband FIS wünscht eine Verlängerung, denn er kämpft mit schwindenden Zuschauerzahlen und erhofft sich von den “City-Events” eine Verjüngungskur. Außer in München gab es so etwas bisher nur in Moskau, dieser Slalom wurde aber wieder aus dem Programm genommen.

ich hoffe nicht, dass das die Zukunft des Skisports ist (Bode Miller)

Viele der Sportler sehen diese City-Slaloms ebenso kritisch: Bode Miller äußerte sich, er “hoffe nicht, dass das die Zukunft des Skisports sei: “Das hier ist kein Weltcup, es ist zu weit von dem entfernt, was Skirennsport wirklich ist.”” (sz, Januar 2013)

Der Erfolg des Slaloms als Werbeträger für den Olympiapark als Plattform für erfolgreiche Veranstaltungen dürfte überschaubar sein, ebenso wie der kümmerliche finanzielle Ertrag – jeweils weniger als eine Million € für 3 Monate unbrauchbar machen einer wertvollen -und weltweit einzigartigen- urbanen Parklandschaft.

Man kann nur hoffen, dass die Stadtregierung und der Aufsichtsrat des Olympiaparks Anfang Dezember den Stecker ziehen. Der Olympiapark verdient es, Kulisse zu sein für Spitzen- und Breitensport, für rauschende Feste – aber solche Events wie diesen brauchen der Olympiapark und die Münchner nicht.

The Guardian: Europas Fahrradindustrie bietet 650.000 Arbeitsplätze

Europas Fahrradindustrie umfasst gegenwärtig 650.000 Arbeitsplätze, schreibt der “Guardian” diese Woche. Dies ist das Ergebnis einer Studie mit dem schönen Namen “Jobs and job creation in the European cycling sector”, die im Auftrag der “European Cycling Foundation” durchgeführt wurde und nächsten Monat veröffentlicht werden soll.

Mitgezählt sind Stellen in Fertigung, Verkauf, Tourismus und Infrastruktur. Damit hat dieser Zuwachsmarkt europaweit Sektoren wie die Stahlproduktion oder die Bergarbeiter überholt.

Die Zahl könnte laut der Studie auf 1 Million bis 2020 anwachsen bei einer Zunahme des Radverkehrs um 3%.

Den Arbeitsplätzen im Fahrrad-Sektor wird eine hohe Ortsstabilität bescheinigt. Die Automobilindustrie beschäftigt im Vergleich nur 1/3 so viele Leute pro generiertem Umsatz.

http://www.theguardian.com/lifeandstyle/2014/nov/12/europes-cycling-economy-has-created-650000-jobs

http://www.tmleuven.be/project/jobcreationcycling/home.htm

Das sind interessante Zahlen, unter anderem auch, wenn man sich vergegenwärtigt, welch enormen Druck die Automobilindustrie auszuüben vermag, indem sie nicht müde wird, auf ihre enorme Zahl von Arbeitsplätzen hinzuweisen. Es gibt keine Talkshow und keinen Zeitungsartikel darüber, der ohne Hinweis auf diese Zahl auskommt (“jeder 7. Arbeitsplatz…“). Und selten genug, dass so eine Zahl einmal hinterfragt wird. Nur der “Spiegel” hat sich einmal die Arbeit gemacht und nachgerechnet, mit reichlich ernüchterndem Ergebnis (“mächtig gerechnet”, SPON 2009). Es ist ja nun nicht so, dass jeder Mechaniker und jeder Tankwart arbeitslos würde, wenn in D ab morgen keine Autos “made in Germany” mehr rollen würden.

Der Verkehr fände weiterhin statt, und der Bedarf für die dazu gehörende Infrastruktur bliebe – nur eben anders verteilt.

Ein Ausbau des Radverkehrs würde vielleicht sogar standortstabilere und nachhaltigere, auch besser diversifizierte Arbeitsplätze garantieren.

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Magazine/emags/economy/051/sp-2-die-automobilindustrie-eine-schluesselindustrie-unseres-landes.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/statistik-trick-in-der-autoindustrie-maechtig-gerechnet-a-625945.html