Rad und Design

Rad und Design

Die ersten großen Werbeveranstaltungen der Fahrradbranche sind durch für ’2014, “Veloberlin“, und wie sie alle heißen, haben allmählich damit aufgehört, mir die Mailbox vollzumüllen. Ich besuche solche Veranstaltungen nicht mehr. Die Fahrradbranche hat vom Rest der Freizeitartikel-Industrie zu gut gelernt, und somit werden einem alljährlich irgendwelche Gimmicks als Innovation verkauft, die keiner braucht und eigentlich auch keiner will. Echte Innovation kommt erfahrungsgemäß ungefähr alle 10 Jahre, wenn man Glück hat. Und wenn, dann in Details, nicht im Grundkonzept.

Alles schon mal dagewesen…

die letzten wirklichen Neuentwicklungen waren Klickpedale Anfang der 80er, Lenker-montierte Brems/Schalteinheiten ein paar Jahre später, und dann wird es schon schütter.

Bevor jetzt der Finger zum Kommentar-Button wandert: Nabendynamos, Schaltungsnaben, Scheibenbremsen, Vollfederung oderKompaktantriebe gab es alles schon. Ehrlich. Zumeist bereits in den 20ern oder 30ern. Des letzten Jahrhunderts…

Ebenso wie innenverlegte Züge, muffenlos geschweißte Rahmen, Oversized, Ahead und Integrated.

Und was genau ist der Unterschied im Konzept eines Pedelec zu einem Velosolex?

Design oder Nichtsign

Was es auf solchen Messen ebenfalls zu bestaunen gibt, sind “Designstudien” – meine besonderen Lieblinge :)

Das Grundkonzept des Fahrrades, wie wir es heute nutzen, ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts gleich geblieben, und das hat seine Gründe. Der Diamantrahmen, 11 Rohre in (grob gesagt) zwei Dreiecken angeordnet, ist ein Muster der Einfachheit und Zweckdienlichkeit, und im Schema unterscheidet das Siegerrad der Tour de France 2013 nichts von dem der 1937er-Ausgabe – Sattel, Lenker, Kurbel, Bremsen, selbst Laufräder oder Reifen wären austauschbar.

Verändert haben sich lediglich Details. Was eventuell einen Grund haben könnte.

Das ist für ehrgeizige Designer natürlich geradezu Ansporn, das Rad neu zu erfinden. Hierbei scheint es primär darum zu gehen, Lösungen zu finden, die bahnbrechend modern aussehen und möglichst unbrauchbar sind

(Zugegeben, ich bin Ingenieur und damit Anhänger von Form follows Function, wahrscheinlich mangelt es mir an Vision und intellektuellem Zugang…)

Je Unfug, desto Award

Die, die diese Kriterien am besten erfüllen, bekommen dafür einen Award.

Ich habe mir mal den Spaß gemacht, einige der hübschesten Beispiele zusammenzutragen. Allen Beispielen ist gemein, dass sie mindestens einen “Designpreis” errungen haben.

Hier, zum Einstieg, ein schönes Exemplar.

Ein Klapprad, das so gestaltet ist, dass es sich zu einem Ring zusammenklappen läßt. Hübsch, nicht? Zugegeben, aber – äh – für was genau? Damit es in der Garage herumrollen kann? Soll man es auf dem Felgenbaum aufbewahren können?

Immerhin ist es in runden Mülltonnen stapelbar:

Sehr hübsch auch dieses Exemplar mit radikal neuer Sitzposition. Ok, geschummelt, man kann den Sattel auch hochklappen, in der Position auf dem Bild dient er als Schloß, oder besser Wegfahrhemmung.

Problem nur: Ich verkehre in Rennradlerkreisen und das Schloß ist nun wirklich die kleinste Sorge, die die Kollegen haben. Ich kenne keinen, der einen höchstwahrscheinlich wackeligen Sitz in Kauf nehmen würde für die Möglichkeit, das eine Mal im Jahr, wo das notwendig wird, das Rad sichern zu können.

Natürlich gab es auch hierfür einen “Award”.

Noch ein preiswürdiges Design:

Nicht besonders bahnbrechend, nicht besonders schön, aber vor allem eins: Uralt.

 

 

Der Insider erkennt deutliche Ähnlichkeiten mit einem Modell von “Trek”, das man in den 90ern kaufen konnte, dem “Y Foil”.

Das sah so aus:

 

Würde man es gerade in eine Mauer fahren, bis die Gabel knickt, wäre die Ähnlichkeit noch größer.

 

Jedes Fahrrad ist per se “grün”, ob es das vorhat oder nicht. Dieses hier ist geradezu wild entschlossen und demonstriert es durch Farbgebung (hint! hint!) und den putzigen “Pollution Filter” – Aaaaah! Endlich mal saubere Luft schnaufen. Ob das wohl funktioniert…? Immerhin befriedigt er das tiefgreifende Bedürfnis nach einem mächtigen Kühlergrill, ohne den ist man schließlich ein Niemand.

Die Krönung ist natürlich der reine Sauerstoff, der aus dem Oberrohr direkt in des Fahrers Lunge zu diffundieren scheint.

Lieber Herr Designer, nicht alles, was man grün anmalt, kann auch gleich Photosynthese. Sollte das natürlich irgendein Nano-Genetically-Enhanced-Bio-Lack sein, nehme ich alles zurück, und dieses Rad rettet das Ozonloch, verhindert den Klimawandel und befriedet den nahen Osten. You read it here first!

Schönheitspreise gewinnt dieses Ungetüm leider trotzdem nicht, aber (natürlich)  Designpreise:

Auch hier fällt dem belesenen Radl-Historiker eine Parallele in die Vergangenheit auf. In den 70ern gab es ein Plastikrad aus Schweden zu kaufen, das Itera Plastik-Rad. Hier die Rennrad-Ausführung (kein Witz!). Ähnlichkeiten sind nicht ganz zu leugnen…

Es war übrigens in jeder Beziehung so mies, dass es geradezu legendär wurde, und besitzt sogar seine eigene Wikipedia-Seite.

Das Grauen geht weiter – wir kommen zu Designs, die nicht nur häßlich sind oder geklaut, sondern sich auch durch besondere Untauglichkeit auszeichnen.

Zum Beispiel das E-Rad mit gefühlten 30 cm Sitzhöhe. Für Beinamputierte? Oder soll man auf den Stummeln knien?

(Wer weiß, wie man darauf sitzt, bitte bei mir melden!)

Und last not least das Highlight der Horrorshow.

Der tapfere Zeichner hier kannte “Fahrrad” nur vom Hörensagen und gewann einen “automotive Award”, vermutlich in der Kategorie “potentielle Radler erschrecken und zum Autokauf bringen”. Gar nicht schlecht für geschätzte 10 Minuten Arbeit und 0 investierte Gehirnzellen.

Man beachte die Dimensionierung von Pedalen, Sattelgröße und Antrieb, die putzigen ungezähmten Kabel und Leitungen, sowie die äußerst sinnvoll angeordnete Hinterradfederung:

 

Was sich jeder Designer fragen sollte:

Durchsagen ’14 Teil IX: “Münchner Sensation” ein Computerfehler, EU verabschiedet Lastwagen-Richtlinie, Bangladeshis entdecken das Fahrrad

Update zur “Münchner Sensation”: Es hat sich bewahrheitet, was Fachleute bereits mutmaßten: Die sogenannte “Münchner Sensation” (wir berichteten) war nur eine Computerpanne, wie Polizeisprecher Karlheinz Krampfadler jetzt gegenüber Presseorganen klarstellte.

Krampfadler betonte, dass jeder Gedanke, ein Verkehrsteilnehmer könne sich ohne Zuhilfenahme eines Fahrradsrücksichtslos” verhalten, völlig absurd, an den Haaren herbeigezogen und der Münchner Polizei völlig fremd sei. Die Ursache für die peinliche Panne läge an einem Softwareupdate des Abteilungscomputers von Windows 2000 auf “Limux” – hier seien einige Textbausteine  und Makros durcheinandergeraten.

Gottlob sei das Mißgeschick nicht in einem anderen Bereich eingetreten. Nicht auszudenken, so Krampfadler, wäre gewesen, wenn beispielsweise der zeitgleich veröffentlichte Polizeibericht über die Beamten des SEK, die sich beim Zweitligaspiel im Grünwalder Stadion nur mit ihren Einsatzstöcken gegen die angreifenden Neunjährigen, deren Mütter, und aggressiv vorgehende Kampf-Sanis wehren konnten, verfälscht worden wäre.

Zum Glück sei das aber jedem denkenden Menschen der richtige Sachverhalt von vorneherein klar gewesen.

Die korrigierte Version der Pressemeldung müsse selbstverständlich lauten:

Am Montagnachmittag übersah ein PKW-Lenker auf der Laimer Strasse einen Linienbus. In der Folge mußten sieben Fahrgäste, die keinen Radhelm getragen hatten, im Krankenhaus behandelt werden. Als wahrscheinliche Verursacher, die den unter Schock weiterfahrenden Steuerzahler im blauen PKW in rücksichtsloser Weise abgelenkt haben könnten, wurden mehrere im Stadtviertel befindliche Radl-Rambos sowie die tiefstehende Sonne vorübergehend festgenommen.

 

Europaparlament: Das Europaparlament hat in einer Abstimmung eine Vorlage zum Design von LKWs verabschiedet (Directive 96/53/EC). In den deutschen Medien überhaupt nicht thematisiert, aber groß bei unseren Freunden aus UK, zb bei der London Cycling Campaign. Auch bei der BBC war das ein Thema. Die Direktive würde -immerhin- auch schon im Einsatz befindliche Fahrzeuge betreffen.

Es scheint darum zu gehen, größere Abmessungen für die Brummis zuzulassen. UK-Radverbände haben das Thema stark gepusht, weil diese Regel unter anderem erlaubt, die Front der LKWs so umzugestalten, dass besserer Fußgänger- und Radfahrerschutz möglich ist. Genaue Tragweite und Wirkung sind mir noch nicht ganz klar – scheinbar muß das Ganze noch durch eine Instanz in der EU, und dann in den einzelnen Ländern ratifiziert werden. Es geht auch -oder vor allem?- um Mega-Trucks, bessere Beladungsmöglichkeiten und bessere Aerodynamik.

Ich zögere, in das Triumphgeheul der Freunde von der Insel mit einzustimmen. Man wird noch sehen, was auf dem Weg durch die Instanzen an Verwässerung eintritt, vor allem bei den Verbesserungen, die die Sicherheit betreffen, schliesslich verdient damit kein Spediteur Geld.

 

Bangladesh: Zwar gehören Fahrräder gerade in Asien fest zum Straßenbild, gelten jedoch mehr noch als hier als Arme-Leute-Fahrzeug – wer “es geschafft” hat, fährt natürlich Auto. In Bangladesh bildet sich jedoch gerade in den Städten unter den jungen Leuten eine Art Radkultur, wie “Spiegel online Reise” meldet.

 

Bayerns IM Herrmann gegen Helmpflicht: Dem Thema Radhelme widme ich viel Raum, nach Ansicht meiner Kritiker zu viel – vielleicht haben sie Recht. Ich denke, trotz Winnie #Styrobrain Herrmann von den Grünen Schwaben ist zumindest die Helmpflicht ziemlich vom Tisch, je mehr “urbane Mobilität” zum In-Thema wird, denn kein solches Vorzeige-Projekt kommt ohne Bikesharing-Modell aus, und Bikesharing und Helmpflicht – das passt nicht zusammen.

Helmspender an jeder Ausleihstation werden wir wohl eher nicht sehen.

(was die Absurdität der Idee auch schon wieder unterstreicht, zum Leih-Auto bekommt man ja auch keine feuerfeste Unterwäsche)

Bayerns Innenminister Herrmann, früher durchaus ein bekennender Freund der Helmpflicht, obwohl er selber oben ohne durch den Hofgarten radelt, und guter Spezl vom Namensvetter aus Stuttgart, hat sich jetzt recht endgültig gegen eine Helmpflicht ausgesprochen.

“Radverkehr fördern statt Helmpflicht für Radler”

Fein, das. Manchmal lebt die “Liberalitas Bavarica” doch noch. Da wollen wir nicht wählerisch sein, von welcher Partei sie praktiziert wird :D

Sensation in München!

+++ breaking news +++ breaking news +++ breaking news +++ breaking news +++ breaking news +++ breaking news +++ breaking news +++

München: Die Münchner Polizei hat in einem Pressebericht einen Verkehrsteilnehmer, der einen Unfall verursachte, als rücksichtslos” bezeichnet, obwohl dieser gar kein Fahrrad benutzte. (Bericht in der AZ)

Lesen Sie in weiteren Meldungen: Fliegende Schweine über Bielefeld gesichtetTemperatur in Hölle erreicht 0°CKamelkaravane passiert Nadelöhr — Mitarbeiter der Polizei-Pressestelle strafversetzt

Kurze Durchsagen ’14 Teil VIII: Radverkehr ist gut für’s Geschäft, Paris, Kunst, Tim der kleine Fahrradhelm, #mucradblog wird 2!

Radverkehr ist gut für’s Geschäft: Eine US-amerikanische Studie kommt zu einer Erkenntnis, die beispielsweise den braven Ladenbesitzern der Sendlinger Strasse noch abgeht: Dass es gut für Geschäfte und Firmen sein kann, wenn man gut per Fahrrad erreichbar ist.
Da sie Amerikaner sind, und diese Bürger aus der “Heimat der Tapferen” so tapfer sind, dass sie sich ständig gegen irgendwas unaussprechlichich Böses schützen müssen, ob nun vor bösen Verbrechern durch Feuerwaffen oder bösen Terroristen durch die NSA, meinen sie “Radverkehr ist gut fürs Geschäft“, schreiben aber “protected bike lanes sind gut für’s Geschäft“. Seufz.

Der Bericht als PDF: http://b.3cdn.net/bikes/123e6305136c85cf56_0tm6vjeuo.pdf
Die “Zeit” hat auch was drüber geschrieben: http://www.zeit.de/mobilitaet/2014-01/fahrradwege-usa-vorteile

Paris verhängt Auto-Fahrverbote: Die Wetterlage, der hohe Automobilverkehr und die Kaminheizungen haben dazu geführt, dass aktuell in Paris die Luftverschmutzungs-Grenzwerte überschritten werden. Daher wurde erstmals seit 1997 ein Paragraph gezogen, der ab Montag abwechselnd Fahrzeuge mit geraden und ungeraden Kennzeichen für einen Tag aus der Stadt verbannt. Seit Donnerstag ist zudem die Benutzung der städtischen Leihräder und E-Mobile kostenlos.

http://www.greenpeace-magazin.de/aktuell/2014/03/13/oh-la-laa/

Tim, der kleine Fahrradhelm: Insidern war klar, dass der Seriensieger, die Hannelore-Kohl-Stiftung (“Mutti, Helm, strahlen, Lehrer, geschockt, Sicherheit, Crash“), den Angriff der #Eierhelme von der Verkehrswacht – wir berichteten ausführlich – auf den Titel “die dümmste Helmpropaganda” nicht ohne Kampf mitansehen würde.

Und, bingo!, der Konter sitzt: Die CD “Tim der kleine Fahrradhelm” nimmt die deutschen Charts in’s Visier!

Mitgewirkt haben neben dem Kinderliedermacher Detlev Jöker (“Die Eltern schrieben, das Ihr Sohn nach der Live-Veranstaltung, zuhause am liebsten das Helmlied gesungen hat – aber das eben immer mit seinem Fahrradhelm auf dem Kopf, so wie sein Idol Detlev auf der Bühne. Da musste ich schon sehr schmunzeln – und war natürlich stolz.”) der Münsteraner Oberbürgermeister Markus Lewe (“Mit seinem Engagement will der singende Oberbürgermeister Kinder zum Tragen eines Fahrradhelms motivieren. Ein gesundes Gefahrenbewusstsein sei die allerbeste Unfallversicherung für Kinder”).

Schön, Herr Oberbürgermeister, dass Ihnen keine anderen Möglichkeiten eingefallen sind. Tipp: Wie wär’s mit “den Verkehr sicherer machen”? Wäre ja auch Ihr Ressort, irgendwie.

Rad-Kunst: Eine sehr nette Online-Galerie für Radl-Kunst ist http://www.100copies.net/. Aktuell gibt es eine “limited Edition” einer Grafik des Empire State-Building, das mit MTB-Reifen als Pinsel entstanden ist :D

Auch die anderen Exponate sind hübsch, ruhig mal einen Blick riskieren!

Webseite: http://www.100copies.net/
G
efunden bei “It started with a fight”: http://itstartedwithafight.de/

Mucradblog wird 2: Wie mich der Blog-Hoster gerade informiert, ist das #mucradblog heute 2 Jahre alt geworden, wird also bald Zeit für’s erste Dreirad… Danke allen Lesern, Tippgebern, Followern und Likern!

Kurze Durchsagen ’14 Teil VII: Eierhelm, taz über Helme, Rennrad-Weitwurf

Eierhelm/Flensburg: Die Verkehrsverblödungerziehung per #Eierhelm zeigt erste Früchte: Flensburger Schüler wirft mit Eiern um sich und erhält dafür den Titel “Sicherheitsprofi” – vermutlich die einzig gültige Qualifikation für eine zukünftige Position als Radverkehrsexperte der Bundesregierung.

Stadtpräsidentin Krätzschmar unterstützt die Verkehrserziehung der Schüler und stellt in Aussicht: „Das hilft den Schülern, Unfälle zu vermeiden und Flensburgs Straßen sicherer zu machen.“

Ah, ja, alles klar, keine weiteren Fragen.

http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/sicherheitsprofis-aus-acht-schulklassen-id5985161.html

“taz” über Radhelme: Ulrike Winkelmann mit einem lesenswerten Artikel über Radhelme und das BGH-Urteil.

Eine Untersuchung aller deutschen Fahrradunfälle in Deutschland im Jahr 2012 ergibt, dass der am stärksten vertretene, sozusagen typische Unfall zwischen Auto und Rad der „Abbiegeunfall “ ist: Auto biegt ab, Rad will geradeaus. Die Unfallforschung der Versicherer(UDV) im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) – wahrhaftig kein Fahrradlobbyverein – ermittelte, dass in über 90 Prozent der Fälle die Autofahrer Schuld hatten.

Artikel: http://www.taz.de/Standpunkt-Fahrradhelm-und-BGH/!134611/

Artikel auf der facebook-Seite von zeo-2: https://www.facebook.com/pages/Zeo2-das-Umweltmagazin-der-taz/185657208283671

Die fünf besten Rennrad-Weitwürfe: “cyclingweekly” hat eine Rangliste der besten Rennrad-Weitwürfe zusammengestellt, von Bjarne Riis´legendärer Kleiderbügel-Rückhand bis Bradley Wiggins – amüsant :D

http://www.cyclingweekly.co.uk/news/latest-news/five-best-bike-throws-117606

Kurze Durchsagen ’14 Teil VI: Schweiz, Wolkenkuckucksheim

Schweiz: Die Schweizer hatten 2013 einen “Bilderbuchsommer” und zB. in Zürich einen Anstieg bei Radunfällen von sagenhaften 3% gegenüber dem 10-Jahresmittel. Ursache für die Polizei klar: Alle besoffen. Also, fahrt eure Räusche zukünftig wieder mit dem Turbo Allrad heim, lieber Schweizerinnen und Schweizer, die Polizei hasst Ungewohntes.

http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/Mehr-Unfaelle-wegen-betrunkener-Velofahrer-25717090

Wolkenkuckucksheim: (bzw. Eindhoven) Die ganze Welt schleudert sich einen ob des sagenhaft tollen Radler-Kreisverkehrs, den sich die Niederländer hingestellt haben. Zugegeben, optisch imposant:

roundabout

Ob die Begeisterung nach einem Selbstversuch anhält, ist fraglich, immerhin geht es bergauf… (wissen Niederländer überhaupt, was das ist, “bergauf”?) klarer Fall für das E-Moped :D Auch allzu windig sollte es eventuell nicht werden (Gibt es das überhaupt in den Niederlanden, “Wind”?).

Und für wen ist eigentlich der spassige isolierte Fußgängerweg in der Mitte? Ist das eine Philosophenlaufbahn?

Zweifellos ein Signalprojekt, allerdings mit mehr PR- als praktischem Nutzen.

Ob sowas für deutsche, amerikanische oder englische Innenstädte praktikabel ist, erscheint mir doch eher zweifelhaft, abgesehen vom Platz fehlt es ja oft schon an den Mitteln für eine Schippe Teer für die Schlaglöcher. Oder an einer Heckenschere wie im schwäbischen Metzingen:

…gibt es dort nur einen schmalen Radweg, der jedoch laut Stadtbauamtsleiter Konrad Berger überwiegend von Fußgängern benutzt wird, weil der Gehwegstreifen durch hereinhängende Hecken nicht benutzt werden kann.

http://www.swp.de/metzingen/lokales/metzingen/Die-Sicherheit-steht-obenan;art1158520,2484631