Lieber Radler von der Ecke Pappenheim/Marsstraße…

Ja, Du, der mit dem Bart und ohne Haare, Anfang Dreißig, schwarzes Kreativen-Outfit (Webdesigner? Werbetexter?), mit dem silbernen rostigen Klapprad.

Man kann natürlich an einem abbiegenden Kleintransporter (Abbiegerampel) und drei stehenden Radfahrern vorbei (alles Trottel außer ich), kerzengerade bei Rot in eine vierspurige Hauptstraße hineinradeln.

Man kann sich dabei natürlich auch noch mit einem fetten Kopfhörer diverser Sinneswahrnehmungen berauben.

Und weil das nicht reicht, kann man dabei auch noch eine höchst interessante Wolkenformation irgendwo rechts oben am Himmel studieren.

kann man machen, muss man aber nicht.

Wenn man dann allerdings den abbiegenden Lieferwagen (der, im Gegensatz zu Dir, grün hat) erst bemerkt, wenn man gegen dessen Außenspiegel kracht,

und nur noch deswegen gesund weiterlebt, weil dessen Fahrer irgendwie einen sechsten Sinn hat und abbremst,

Dann bleibt man stehen, entschuldigt sich, bedankt sich höflich, dass man jetzt nicht auf dem Weg ins Krankenhaus ist, und schaut, ob man irgendeinen Schaden angerichtet hat.

Das gebietet schon der Anstand.

Wenn man das nicht tut, sondern stattdessen weiterradelt und noch den Fahrer sowie alle anderen mit „fuck you!“ und „Arschloch“-Schreien bedenkt,

dann deutet das auf gewisse Versäumnisse in der Erziehung hin.

Manchmal sind die auch im Erwachsenenalter noch korrigierbar, zum Beispiel mit einem Packl Hauswatschn.

Sollte ich Dir auf der Strecke wieder begegnen, bin ich gerne bereit, mein Teil dazu beizutragen.

Hoffentlich nicht in derselben Krankenkasse wie du,
dein mucradblogger

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