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Europas Fahrradindustrie umfasst gegenwärtig 650.000 Arbeitsplätze, schreibt der „Guardian“ diese Woche. Dies ist das Ergebnis einer Studie mit dem schönen Namen „Jobs and job creation in the European cycling sector“, die im Auftrag der „European Cycling Foundation“ durchgeführt wurde und nächsten Monat veröffentlicht werden soll.

Mitgezählt sind Stellen in Fertigung, Verkauf, Tourismus und Infrastruktur. Damit hat dieser Zuwachsmarkt europaweit Sektoren wie die Stahlproduktion oder die Bergarbeiter überholt.

Die Zahl könnte laut der Studie auf 1 Million bis 2020 anwachsen bei einer Zunahme des Radverkehrs um 3%.

Den Arbeitsplätzen im Fahrrad-Sektor wird eine hohe Ortsstabilität bescheinigt. Die Automobilindustrie beschäftigt im Vergleich nur 1/3 so viele Leute pro generiertem Umsatz.

http://www.theguardian.com/lifeandstyle/2014/nov/12/europes-cycling-economy-has-created-650000-jobs

http://www.tmleuven.be/project/jobcreationcycling/home.htm

Das sind interessante Zahlen, unter anderem auch, wenn man sich vergegenwärtigt, welch enormen Druck die Automobilindustrie auszuüben vermag, indem sie nicht müde wird, auf ihre enorme Zahl von Arbeitsplätzen hinzuweisen. Es gibt keine Talkshow und keinen Zeitungsartikel darüber, der ohne Hinweis auf diese Zahl auskommt („jeder 7. Arbeitsplatz…„). Und selten genug, dass so eine Zahl einmal hinterfragt wird. Nur der „Spiegel“ hat sich einmal die Arbeit gemacht und nachgerechnet, mit reichlich ernüchterndem Ergebnis („mächtig gerechnet“, SPON 2009). Es ist ja nun nicht so, dass jeder Mechaniker und jeder Tankwart arbeitslos würde, wenn in D ab morgen keine Autos „made in Germany“ mehr rollen würden.

Der Verkehr fände weiterhin statt, und der Bedarf für die dazu gehörende Infrastruktur bliebe – nur eben anders verteilt.

Ein Ausbau des Radverkehrs würde vielleicht sogar standortstabilere und nachhaltigere, auch besser diversifizierte Arbeitsplätze garantieren.

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Magazine/emags/economy/051/sp-2-die-automobilindustrie-eine-schluesselindustrie-unseres-landes.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/statistik-trick-in-der-autoindustrie-maechtig-gerechnet-a-625945.html

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