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Das online-Portal der Stuttgarter Zeitung berichtet von einem Termin, bei dem der regierende Oberbürgermeister von Stuttgart, Fritz Kuhn von den Grünen, gemeinsam mit dem ADFC-Kreisvorsitzenden Frank Zühlke sich per Fahrrad über existierende Probleme informiert hat.

Vielleicht liegt es nur an der Wiedergabe durch den Reporter, aber da fallen Sätze, bei denen man gewaltig ins Stutzen kommt:

Der OB wird zitiert mit dem Satz:

„Im Grunde ist es ein Konflikt Leute kontra Radfahrer“

Also sind Radfahrer keine „Leute“ sondern stehen im Konflikt mit diesen? Oder wie?

Noch spannender ist aber die Kausalkette, die der Bürgermeisters am Schluß des Artikels aufbaut:

Die Situation der Radfahrer ließe sich deutlich ­verbessern, wenn sich die Autofahrer ­exakt an die Verkehrsregeln und Parkvorschriften halten würden, sagte der OB. „Doch das kann nur mit ständigen Kontrollen und Strafen erreicht werden.“ Werde aber zu häufig kontrolliert, steige die Ag­gres­si­vi­tät ­gegenüber den Radfahrern und sie würden weniger akzeptiert.

In solchen Aussagen läßt sich ganz gut die innere Grundeinstellung erkennen. Radverkehr, schön und gut, aber der hl. Autoverkehr oder die „Leute“ sollen um Himmels Willen nicht inkommodiert werden.

Gut, die Grünen in BaWü erleben gerade die Unterschiede zwischen Oppositionsarbeit, wo man schön Forderungen stellen kann, und der Regierungsarbeit, wo man mit der harten Realität konfrontiert wird, nichtsdestoweniger frage ich mich, ob die ehemalige Umweltschutzpartei für Radfahrer noch der richtige Adressat ist. Außer „Helmpflicht“ scheint denen, insbesondere im Ländle, nichts einzufallen. Traurig, wenn man von Fahrradverkehr-Entwicklungsländern wie England allmählich rechts und links überholt wird.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.radfahren-in-stuttgart-radlerlobby-kritisiert-zu-enge-wege.faf8893b-63f5-48af-94f4-b7ab9c6cb437.html

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