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Das vollständige amtliche Endergebnis steht noch aus, aber Traunstein und Garmisch-Partenkirchen sind vollständig ausgezählt. Das Quorum von 10% Wahlbeteiligung wurde überall erreicht. Sowohl Garmisch-Partenkirchen als auch Traunstein haben sich gegen eine Olympia-Bewerbung von München ausgesprochen. Auch in München und im Berchtesgadener Land sieht es danach aus. Die Bewerbung Münchens ist damit vom Tisch. Hoffentlich.

Immerhin wissen wir jetzt, dass alle Olympiagegner „Sportmuffel“ und „Desinteressierte“ (Zitat C. Ude) bzw. „Besserwisser, Krämerseelen und Kritikaster“ (was auch immer das sein mag) „berauscht von eigenem Reichtum und Glückseligkeit in einen Dämmerschlaf verfallen“ (sz-Kommentator Christian Krügel) sind. Dem steht natürlich gegenüber, dass mit dem Alpenverein und dem Bund Naurschutz genau die Organisationen in der Opposition waren, die besonders viele politisch und ökologisch Interessierte und auch sportbegeisterte Menschen vereinen.

Besonders sz-Mann Krügel fällt durch kreative Argumentation auf. Da wird gerühmt, dass die Bewerbung 2022 schon viel weniger schlecht gewesen wäre als die von 2018. Schlagendes Argument. Auch, dass man Olympia brauche, weil München nach manchen Prognosen bis 2030 um 200.000 Menschen anwachse, erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Auf den zweiten auch nicht. Dieser messerscharfe Anbalytiker kommt sogar zu dem Ergebnis, gerade weil das IOC eine eher zwielichte Organisation sei, dürfe man das Feld nicht „schon von vornherein den Diktatoren und Usurpatoren dieser Welt überlassen, denen kein Preis zu hoch und kein Deal zu schmutzig ist, um die Spiele zu bekommen.„. Äh, ja. Wir machen die Spiele trotzdem, auch wenn ihr uns hinten und vorne verarscht. Das hätte dem IOC aber mächtig zu denken gegeben.

Und was das mit dem „kein Deal zu schmutzig“ angeht, da wird die nahe Zukunft zeigen, ob wir mit den Diktatoren und Usurpatoren dieser Welt mithalten können. Erste Gerüchte bilden sich, wonach bereits nach Wegen gesucht wird, die Bewerbung trotzdem durchdrücken zu können. Hoffen wir, dass es nur Gerüchte sind.

Hier noch einmal einige Aussagen der Politiker vor dem Bürgerentscheid, für den Fall, dass sich die Damen und Herren auf einmal nicht mehr an ihre „freiwillige Selbstverpflichtung“ erinnern, im Falle eines negativen Ausgangs der Abstimmung keine Bewerbung abzugeben:

Christine Haderthauer, CSU: „Wir wollen ein bürgernahes Olympia, mit engem Dialog von Anfang an – deshalb auch die Bürgerentscheide. Sie entscheiden über die Bewerbung!(Quelle)

Markus Rinderspacher, SPD-Fraktionschef im Bayerischen Landtag: „Ich finde es sehr bedauerlich, dass die Bürgerentscheide keine Mehrheit für eine Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2022 gebracht haben. Wir werden dieses Ergebnis akzeptieren.“ (Quelle)

Vager waren da schon der Horsti Seehofer und der Ude Christian:

Seehofer: „Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) betonte dennoch, dass die bevorstehenden Bürgerentscheide Sache der Kommunen seien. Konkrete Schritte werde es erst geben, wenn sich die Bevölkerung in den betroffenen Kommunen für Olympia ausspricht.“ (Quelle)

Ude: „Wenn der Bürgerentscheid positiv laufe, „werden wir das Bewerbungsschreiben pünktlich abgeben„.“ (Quelle)

Wir dürfen uns also im Fall des Falles auf unkonkrete Schritte vom Horsti freuen (mal was neues) und eine etwas unpünktlich abgegebene Bewerbung.

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