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Warnung an alle, die in München radeln: Die Polizei fährt eine harte Linie! Konnte ja auch nicht so weitergehen, schliesslich sind wir die einzigen, die sich nicht an Recht und Gesetz halten.

Die nichtsahnenden kanadischen Touristen, die im Mai mit 2×100€ für das Überqueren einer zwar menschenleeren, aber rot beampelten Kreuzung abkassiert wurden, dürften sich nur geärgert haben über den unsanft beeendeten Urlaubstag in unserer gastfreundlichen Metropole, aber sie wussten wahrscheinlich nicht, wie froh sie sein konnten. Für kleine Vergehen, die in den meisten Teilen der übrigen Welt zumal für Gäste aus dem Ausland höchstens mit einer gehobenen Augenbraue geahndet werden, kann man in München nämlich noch ganz anders Bekanntschaft mit dem Auge des Gesetzes machen:

Im Februar fand sich ein widerspenstiger Velocipedist, der die Klarheit der Aufforderung der beritten Polizeipatrouille zum Verlassen der gefährlichen Eisfläche des Kleinhesseloher Sees nicht ganz einsah und lt. amtlicher Berichterstattung mit einem gut bayrischen „spinnts ihr“ (also für nicht-Bayern ungefähr: „ich verstehe den Sinn der Anordnung nicht ganz“) quittiert hatte, unversehens in der Rolle des bad Injun in einer Charly Häusleresken Westerninszenierung wieder. Erst in der Liebergesellstraße konnte er die ob der ruchlosen Beamtenbeleidigung in besonders schwerer Form erboste Kavallerie abschütteln, was nicht ohne Blutvergießen abging, der Polizeibericht spricht von einer „stark blutenden Kopfverletzung“. Von einer weiteren Verfolgung wurde dann unter Rücksicht auf die Gesundheit der Gäule, nicht etwa des Radfahrers, abgesehen.

Immerhin erging es ihm noch besser als dem armen Kerl, der sich im September an der Hackerbrücke nicht wegen seines fehlenden Lichts (Ordnungswidrigkeit, 10€) anhalten lassen wollte. Bei der Schwere des Vergehens blieb dem Ordnungshüter keine Wahl, als den Radler aufzuhalten. Dies ist allerdings selbst dann für einen Fußgänger kein leichtes Unterfangen, wenn der Radfahrer mitspielen will, wie jeder weiß, der schon einmal versucht hat, einen Bahnfahrer beim Anhalten zu helfen. In dem Fall ging es auf tragische Weise schief, der Radler stürzte so schwer, dass er einige Wochen im Koma lag. Selbstverständlich sah die Staatsanwaltschaft „nach derzeitigem Ermittlungsstand kein Fehlverhalten des Polizisten“.

Es ist schön zu wissen, dass in unserer schönen Stadt so unbarmherzig für Recht und Ordnung gesorgt wird. Wir erwarten stündlich erste Meldungen der Art „Falschparker in alle vier Reifen geschossen“.

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